So erhöhst du deine Chancen auf einen passenden Studienplatz

1. Mehrfach bewerben

Je mehr Bewerbungen man bei verschiedenen Hochschulen einreicht, desto größer sind die Chancen, dass es irgendwo klappt. Allerdings nur, wenn man mit seinem Abi-Schnitt nicht zu weit von den Vorjahres-NCs an den jeweiligen Hochschulen entfernt ist.

2. Unbekanntere Orte wählen

Viele wollen zum Studieren in Großstädte oder an traditionsreiche Unis. Deshalb kann es von Vorteil sein, wenn man sich auch an unbekannteren Hochschulorten bewirbt. Dasselbe Fach kann an der einen Hochschule einen hohen NC haben, an der zweiten einen niedrigeren und an der dritten gar keinen. Für BWL im Hauptfach etwa musste man an der LMU in München im vergangenen Wintersemester im Hauptverfahren einen Abi-Durchschnitt von 2,1 haben, an der TU Clausthal dagegen war das Fach zulassungsfrei, das heißt, alle Abiturienten bekamen einen Platz.

3. Aufs Sommersemester setzen

Bei etwa einem Viertel aller Bachelorstudiengänge kann man auch im Sommersemester mit dem Studium beginnen. Dann ist die Nachfrage meist geringer als im Herbst. Entsprechende Studiengänge findet man, indem man auf hochschulkompass.de unter "Studium" die "Erweiterte Studiengangsuche" auswählt und sich dort unter "Studienbeginn" Angebote für das Sommersemester anzeigen lässt.

4. Nach Ähnlichem suchen

Vielleicht gibt es einen Studiengang, der zwar anders heißt, aber ähnliche Inhalte hat wie der Wunschstudiengang mit dem hohen NC? Auch das kann man über die "Erweiterte Studiengangsuche" auf hochschulkompass.de herausfinden. Dafür die Angebote mithilfe der "Studienfelder" wie zum Beispiel "Geologie" oder "Europäische Studien" filtern und auf diese Weise verwandte Studienangebote aufstöbern.

5. Vom Beruf her denken

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2018/19.

Wenn man schon einen konkreten Berufswunsch hat, aber das Abi für den regulären Studiengang nicht gut genug ist, kann man nach alternativen Wegen suchen. Psychologiestudiengänge etwa haben einen hohen NC. Wenn man jedoch Kinder-Psychotherapeut werden möchte, kann man dieses Ziel unter bestimmten Voraussetzungen auch über ein pädagogisches Studium verfolgen.

6. Neu überlegen

Manchmal hilft es, den Entscheidungsprozess rückwärts laufen zu lassen und sich zu fragen: Aus welcher Motivation heraus wollte ich das Fach studieren, für das mein Schnitt jetzt nicht reicht? Habe ich mir davon materielle Sicherheit oder hohes Ansehen erhofft? Ging es mir darum, anderen mit meinem Wissen zu helfen? Oder wollte ich meine Kreativität ausleben? Dann überlegt man, welche Studiengänge Ähnliches bieten, auch wenn es fachlich um andere Themen geht.

7. Zur Bundeswehr gehen

An den Bundeswehr-Unis in München und Hamburg gibt es keinen NC. Von Maschinenbau und Informatik über BWL und Geschichte bis Politikwissenschaft und Psychologie kann man vieles studieren und bekommt sogar Gehalt. Allerdings muss man ein Assessment-Center durchlaufen, bei dem neben der Persönlichkeit auch die körperliche Fitness getestet wird, und man muss sich für mindestens 13 Jahre zum Dienst verpflichten, manchmal auch noch länger.

8. Private Hochschulen suchen

Wer es sich leisten kann, hat die Möglichkeit, sich an einer privaten Hochschule zu bewerben. Dort gibt es eigene Auswahlverfahren. Die Gebühren sind unterschiedlich hoch, liegen aber oft bei um die 500 Euro pro Monat. Zu Kosten und Bewerbungsvoraussetzungen informiert man sich direkt bei den Anbietern. Unbedingt darauf achten, dass die Hochschule staatlich anerkannt ist!

9. Im Ausland studieren

Dank anderer Auswahlverfahren eröffnen ausländische Hochschulen manchmal Möglichkeiten für NC-Flüchtlinge.

10. Aufs Losglück hoffen

Wenn trotz Nachrückerrunden einzelne Studienplätze frei bleiben und das Semester naht, werden diese manchmal per Los vergeben. Die Termine dafür legen die Hochschulen fest; meist finden die Verlosungen kurz vor Semesterbeginn statt. Wer am Losverfahren teilnehmen will, muss sich direkt bei den Hochschulen über die Fristen, Voraussetzungen und Bewerbungsformen informieren. Manche Unis setzen auf Online-Verfahren, andere auf Postkarten. Es lohnt sich auch, unter freiestudienplaetze.de nachzuschauen, viele Hochschulen melden dort ihre freien Plätze.

Mitarbeit: Nadja Kirsten