Drei Studenten berichten

"Mich fasziniert Großbritannien"

Moritz Ollmert, 20, Anglistik

Ich studiere: im zweiten Semester Anglistik/Amerikanistik an der Uni Würzburg. Mein Nebenfach ist Europäische Ethnologie/Volkskunde.

Die spannendste Veranstaltung: war die "Einführung in die britische Kulturwissenschaft". Wir haben zum Beispiel gelernt, wie Politik und Medien die Menschen beeinflussen. Zwei Wochen lang ging es auch um britische Popmusik, das hat mir besonders gut gefallen.

Das fand ich schwierig: Das Sprechtempo der Profs war mir am Anfang viel zu schnell. Es wird davon ausgegangen, dass man alles versteht, wenn man Englisch studiert. Ich war vorher nie länger im englischsprachigen Ausland. Um mich ans Reden und an die Geschwindigkeit zu gewöhnen, habe ich nebenbei einen Kurs im Sprachenzentrum gemacht. Das hat geholfen.

Die Kommilitonen: Manche sind mehr von Amerika fasziniert und andere (dazu gehöre ich) von Großbritannien. Dementsprechend habe ich auch meinen Studienschwerpunkt gewählt.

Mein Tipp: Wer Anglistik studieren möchte, sollte gut Englisch können, weil man in jedem Fall Sprachwissenschaft belegen muss. Es ist sinnvoll, im Sprachenzentrum einen Einstufungstest zu machen. So weiß man, wo man steht.

"Wir diskutieren in den Pausen weiter"

Leslie Carleton-Schweitzer, 20, Philosophie

Ich studiere: Philosophie im vierten Semester an der Uni Heidelberg. Mein Nebenfach ist Psychologie.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2018/19.

Die spannendste Veranstaltung: Im Seminar "Diskurs über die Ungleichheit" ging es um ein Werk des Schriftstellers und Philosophen Jean-Jacques Rousseau. Wir haben darüber diskutiert, was der Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen ist, und versucht, Rousseaus Gedankengänge nachzuvollziehen.

Das fand ich schwierig: Im ersten Semester hatten wir eine Einführungsveranstaltung über die verschiedenen Philosophie-Epochen. Die Texte, die wir lesen sollten, waren zum Teil kompliziert geschrieben und sehr schwer zu verstehen. Da musste ich erst einmal reinkommen.

Die Kommilitonen: diskutieren manchmal auch nach dem Seminar oder in den Freistunden weiter. Bei uns sind verschiedene Altersgruppen vertreten, es gibt auch einige Rentner, die sich seit ihrer Jugend für Philosophie interessieren.

Mein Tipp: Das Fach ist geeignet für Menschen, die sich für andere Sichtweisen auf die Welt interessieren. Es lohnt sich, vorher mal einen philosophischen Originaltext zu lesen, um zu schauen, ob das wirklich etwas für einen ist.

"Der Stoff ist auch heute noch aktuell"

David Roters, 20, Geschichte

Ich studiere: im zweiten Semester Geschichte an der Uni Trier. Mein Nebenfach ist Politik.

Die spannendste Veranstaltung: Wir haben uns im Seminar "Herrschaft und politische Partizipation in der Frühen Neuzeit" mit absoluten Monarchien beschäftigt und dabei einzelne Begriffe wie zum Beispiel "Macht" kritisch hinterfragt. Das haben wir in der Schule so nie gemacht.

Das fand ich schwierig: An meiner Uni sind die Sprachanforderungen für das Fach Geschichte hoch. Man braucht das Latinum und zwei moderne Fremdsprachen. Englisch hatte ich schon in der Schule, Französisch muss ich neu lernen, das war gerade am Anfang neben all den Seminaren und Vorlesungen ganz schön viel.

Die Kommilitonen: Wir teilen alle eine große Leidenschaft für Bücher, viele lesen sogar in ihrer Freizeit Fachliteratur. Mein Freundeskreis besteht aus Geschichts-, Politik-, Archäologie-, Japanologie- und Soziologiestudenten.

Mein Tipp: Bloß nicht glauben, dass Geschichtsstudenten sich mit Stoff beschäftigen, der heute keine Rolle mehr spielt. Viele aktuelle Diskussionen, etwa, welchen Texten man Vertrauen schenken kann, hat es früher schon gegeben.