Bye-bye, Kinderzimmer! Wer zum Studieren von zu Hause ausziehen will, braucht eine bezahlbare neue Bleibe. Und die ist in beliebten Uni-Städten gerade zum Semesterbeginn nicht leicht zu finden.

Lange waren WGs eine gute Möglichkeit, günstig zu wohnen. Doch das gilt längst nicht mehr überall. "Vor allem in Städten wie München und Hamburg sind die Preise für ein WG-Zimmer in den letzten Jahren extrem gestiegen", sagt Stefan Brauckmann, Direktor des Moses Mendelssohn Instituts, das Durchschnittspreise für WG-Zimmer ermittelt hat. Dafür hat das Institut 67.000 Inserate auf dem Portal wg-gesucht.de ausgewertet. In München kam es auf die Rekordmiete von im Schnitt 600 Euro.

Im Osten ist es günstiger

Auch wenn die Situation nicht leicht ist, kannst du einiges tun, um deine Chancen auf eine bezahlbare Unterkunft zu erhöhen. Bewirb dich zum Beispiel im Studierendenwohnheim. Das geht häufig schon, bevor du die Zusage für einen Studienplatz hast. Wohnheime sind staatlich gefördert und deshalb günstig. Der Haken daran ist, dass es viel mehr Bewerber gibt als freie Zimmer.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2019/20. Das aktuelle Heft können Sie am Kiosk oder hier erwerben.

Rund 30 Prozent aller Studierenden leben in einer WG. Ein WG-Zimmer kostet aber häufig mehr als 400 Euro monatlich. Es sei denn, du studierst im Osten Deutschlands. Dort ist Wohnraum viel günstiger, wie unsere Karte zeigt: In vielen Städten zahlt man im Schnitt für ein WG-Zimmer deutlich weniger als 300 Euro Miete. Und es muss ja nicht Berlin sein: Auch in Städten wie Dresden oder Leipzig ist abends etwas los und die Kulturszene lebendig.

Generell gilt: Bei der Suche solltest du weniger angesagte Stadtteile nicht gleich ausschließen. Wenn es eine günstige S- oder U-Bahn-Verbindung gibt, muss der Weg zur Uni nicht länger dauern als aus dem Viertel, in das alle wollen. Wirf auch mal einen Blick in die Lokalzeitung, statt nur im Internet zu suchen. Dort inserieren vor allem ältere Vermieter freien Wohnraum.

Verstelle dich nicht

Eine weitere Möglichkeit ist, bei Menschen zu wohnen, die Unterstützung brauchen: Bei "Wohnen für Hilfe" leben Studierende mietfrei mit älteren Leuten oder Familien zusammen und helfen dafür zum Beispiel im Haushalt.

Die teuersten und die günstigsten Städte

Wie viel Studierende für ein Zimmer in einer WG zahlen, ist von Stadt zu Stadt verschieden. Am günstigsten wohnen Studierende in Chemnitz, Ilmenau oder Freiberg, am teuersten in München, Frankfurt am Main oder Stuttgart. Deutschlandweit liegt der Durchschnittspreis für ein WG-Zimmer bei etwa 363 Euro. In der Regel gilt, dass man im Osten der Republik weniger zahlt als im Westen, Berlin ist eine Ausnahme. Die Angaben beruhen auf einer Auswertung von rund 67.000 Inseraten auf dem Portal wg-gesucht.de

Quelle: Moses Mendelssohn Institut 2018 © Anna Rupprecht

Fürs erste Kennenlernen bei der WG-Suche gilt: Verstelle dich nicht, nur um den Zuschlag zu bekommen. Das rächt sich später, wenn ihr merkt, dass ihr doch nicht zueinander passt. Eine Hilfe, um späteren WG-Stress zu vermeiden, ist die "Checkliste fürs Zusammenleben in WGs" der Plattform Studis Online.

Klappt es nicht auf Anhieb mit einer Unterkunft, die dir gefällt, kannst du für ein paar Wochen in einem Hostel oder einer Jugendherberge wohnen oder erst mal zur Zwischenmiete. Manche Unis organisieren auch Notunterkünfte. Das ist aber natürlich eine Übergangslösung. Höre dich um, vielleicht sucht ja ein Kommilitone einen Mitbewohner oder kennt jemanden, bei dem ein Zimmer frei wird. Dann schlägst du zu.