Weil ihr Sohn im Netz illegal Musik geladen hat, ist eine Zehlendorfer Mutter ins Visier der Justiz geraten. Die Forderungen belaufen sich auf etwa eine Viertelmillion Euro. Aber was darf man aus dem Netz herunterladen und was nicht? Wie kommt die Musikindustrie den Tauschbörsen-Nutzern überhaupt auf die Spur? Und mit welchen Kosten muss man rechnen, wenn man erwischt wird? Hier ein Überblick.

Die Abmahnindustrie

Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen über das Internet sind längst ein Massengeschäft, das Anwaltskanzleien im Auftrag der Musik- und Filmindustrie betreiben. Zusätzlich sind Firmen darauf spezialisiert, einschlägig bekannte Online-Tauschbörsen systematisch zu überwachen. Jörg Heidrich, Justiziar des Heise-Verlags und von dessen Computerzeitschrift "c’t", kritisiert "industrielle Massenabmahnungen", bei denen es "gar nicht mehr um das Urheberrecht, sondern nur noch ums schnelle Geld" gehe. Jährlich würden mehrere hunderttausend Internetnutzer abgemahnt – mit steigender Tendenz.

Die Spur der Downloads

Was viele Benutzer nicht wissen: Tauschbörsen zeigen die Verbindungsdaten (IP-Adressen) aller Teilnehmer an. Rechteinhaber benutzen Protokolle mit diesen Daten, um bei Gerichten ein zivilrechtliches Auskunftsbegehren zu stellen, das dem Internetzugangsanbieter (Provider) zugeht. Dieser stellt fest, welcher Kunde eine IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt benutzt hat und teilt dessen Adresse mit. Außerhalb von Tauschbörsen ist es dagegen in der Regel unmöglich, IP-Adressen einzusehen. So beschränkt sich das Videoportal Youtube darauf, unerlaubt ins Netz gestellte Dateien auf Verlangen zu löschen.