Unsichere Jobs, hohe Arbeitslosigkeit, mieses Wetter - die Aussichten auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind trübe. Da lockt es so manchen ins europäische Ausland. Italien etwa verfügt mit 3,5% über die niedrigste Arbeitslosenquote in Europa - und sonniges Wetter ist garantiert. Die europaweite Jobsuche wird außerdem vom Staat unterstützt: Arbeitssuchende bekommen während der Bewerbungsphase bis zu drei Monate lang ihr Arbeitslosengeld weiter bezahlt.

Begibt man sich auf Jobsuche, muss man bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen Sprachkenntnisse, eine Auslandskrankenversicherung und notwendigerweise eine Aufenthaltsgenehmigung. Letztere wird nur in Kombination mit einem Arbeitsvertrag ausgestellt - und dieser erst nach erfolgreicher Jobsuche. Die ist fast grenzenlos. Freizügigkeit heißt das Zauberwort für EU-Bürger und dieses Recht erlaubt ihnen, in jeden EU-Mitgliedsstaat einzureisen und dort zu arbeiten. Innerhalb der EU herrschen jedoch tarifliche und arbeitsrechtlich Unterschiede. Kündigungsschutz oder Sozialversicherungsleistungen richten sich nicht nach deutschem Recht, sondern nach dem im Gastland. Auch die Berufsqualifikation muss anerkannt werden, ansonsten sollte der Arbeitnehmer sie sich beantragen lassen. Das Doppelbesteuerungsabkommen der Europäischen Union regelt eine entsprechende Abgabenzahlung an das Finanzamt. In Deutschland arbeitslos gemeldete Bürger müssen sich noch beim Arbeitsamt des Gastlandes melden, dann sind Weiterzahlungen ins EU-Ausland gesichert.

Wer sich nicht auf die mehrwöchige Reise als Jobsuchender begeben möchte, kann natürlich auch von Deutschland aus einen Auslands-Job finden. Jungen Berufstätigen werden zum Beispiel über das Förderprogramm der Europäischen Union, "Leonardo da Vinci", Stipendien, Praktika und Arbeitsplatzwechsel angeboten. An IT-Fachkräfte, aber auch an Arbeitnehmer aus der Gastronomie- und Tourismusbranche, richtet sich die Europäische Kommission mit ihrem Netzwerk Eures (European Employment Services). Mehr als 8000 offene Stellen werden derzeit in der Online-Jobbörse angeboten. Bei der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) werden zudem Austauschprogramme für verschiedene Berufsgruppen (Lehrer, Mediziner) angeboten.  Clara Ott

Weitere Informationen:
Eures: http://europa.eu.int/eures/index.jsp
ZAV: Hotline 0180-5222 023; www.arbeitsamt.de
Leonardo da Vinci-Programm: www.leonardo.com