Von Felix Ullmann und Barbara Weise

Eigentlich hatte Aleksandra Bikar ihren Wiedereinstieg nach der Babypause gut geplant: Als sie vor drei Jahren schwanger wurde, vereinbarte die Eventmanagerin mit ihrem Arbeitgeber, dass sie nach der Erziehungspause wieder Teilzeit in das Unternehmen einsteigen wollte. Doch der Aufenthalt der Literaturwissenschaftlerin bei der Firma, acht Monate nach der Geburt, war nicht von langer Dauer. Nur zehn Monate später kündigte ihr der Arbeitgeber - aus betriebsbedingten Gründen.

Für die heute 38-Jährige war die Kündigung ein Schock - und nach wie vor ein Klotz am Bein: Seit einem Jahr ist Bikar auf Jobsuche, bisher ohne Erfolg. Bei ihren Bewerbungen stößt sie immer wieder auf die gleichen Schwierigkeiten: Sobald sie mitteilt, dass sie ein kleines Kind hat und nur halbtags arbeiten möchte, schrecken die Arbeitgeber zurück.

Ob es für den Wiedereinstieg in den Beruf wirklich "viele Alternativen" gibt, wie das Internetportal Jobpilot vor zwei Jahren schrieb, ist fraglich. Teilzeit, Telearbeit, Job-Sharing und Mobilzeit sind zwar alles sinnvolle Arbeitsmodelle, doch nur wenige Unternehmen lassen sich darauf ein. Eltern, die wieder in den Beruf einsteigen wollen, müssen deshalb bereit sein, von gewohnten Sicherheiten Abschied zu nehmen.

Zwar gibt es sie durchaus - die familienfreundlichen Unternehmen. Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend prämierte 2001 den "familienfreundlichen Betrieb 2000". Zu den Preisträgern zählten etwa die Continentale Versicherung in Dortmund und die Freie Holzwerkstatt in Freiburg. Die Ausschreibung für den Wettbewerb im Jahr 2005 läuft bereits an.

Doch auf dem Arbeitsamt ist von einem Trend zu mehr Familienfreundlichkeit und Teilzeit nichts zu spüren. "Ich habe bisher noch kein einziges Stellenangebot vermittelt bekommen", sagt Bikar. Allerdings bietet das Arbeitsamt durchaus andere Dienste an. Wer nach einer Erziehungspause von mindestens drei Jahren in den Beruf zurückkehren möchte und unmittelbar vor der Einstellung ein halbes Jahr arbeitslos gemeldet war, gilt als langzeitarbeitslos und fällt unter die "Aktion Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose". Dadurch können Arbeitgeber bis zu einem Jahr Lohnkostenzuschüsse erhalten - ein finanzieller Anreiz, der bei der Wiedereingliederung helfen soll.