Hinweise und Anregungen sind herzlich willkommen:mailto:jobnewsletter@zeit.de http://newsletter.zeit.de/*** INHALT ***1. Jobsuche: Chancen im Ausland?2. Studie: Jobverlust durch neue Fusionswelle in Europa?3. Geisteswissenschaften: Stärkere Förderung beschlossen4. Netzwerk: Kongress für Führungskräfte5. Kongress: Medien und Beruf *** 1. Jobsuche: Chancen im Ausland? *** Von Felix UllmannTrübe Aussichten auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Auch in den kommenden drei Monaten geht die Beschäftigungskurve weiter nach unten. Das belegt das erstmals für Deutschland veröffentlichte Arbeitsmarktbarometer des Personaldienstleisters Manpower. Demnach beabsichtigen zwar neun Prozent der rund 1000 befragten Unternehmen, neues Personal einzustellen. 19 Prozent erwarten jedoch, Mitarbeiter entlassen zu müssen. 72 Prozent der Unternehmen rechnen in den Monaten Juli bis September mit keinen Veränderungen.Das Bild wird vorerst so negativ bleiben, meinen Experten. Erst kommendes Jahr sieht Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) erste Anzeichen für eine einsetzende Belebung am Arbeitsmarkt. Für dieses Jahr rechnet die Bundesregierung mit durchschnittlich knapp 4,5 Millionen Arbeitslosen.So manch einer mag angesichts der schlechten Zahlen mit dem Gedanken spielen, auszuwandern. Doch Angst vor der Arbeitslosigkeit sind keine guten Motive, um im Ausland ernsthaft und auf Dauer Fuß zu fassen. Nur wer schon immer Fernweh hatte, läuft nicht in die Gefahr, angesichts einer fremden Kultur zu vereinsamen."Man sollte anpassungsfähig, optimistisch, selbstbewusst, sehr aufgeschlossen und kommunikativ sein, alleine zurecht kommen und sich gut in eine andere Kultur einfühlen können", zählt die Hamburger Karriereberaterin Martina Frisch die wichtigsten Voraussetzungen auf.Ist das nicht der Fall, ist der Auslandsaufenthalt häufig nicht von langer Dauer. Der 32-jährige IT-Experte etwa, der eines Tages bei Frisch um Rat suchte, hielt es nur ein Jahr in London aus: "Weil seine Frau mit den beiden Kindern aus Jobgründen nicht nach England konnte, stellte sich der Mann irgendwann die Frage: 'Wie soll es hier langfristig weiter gehen?'". Weil er außerdem eher introvertiert war und wenig mit der englischen Mentalität anfangen konnte, vereinsamte er in der Metropole - bis er eines Tages den Rückzug nach Deutschland antrat."In die Ferne zieht es vielleicht insgesamt eher Leute, die etwas geschickter fallen und etwas behender wieder aufstehen", bestätigt Gerhard Winkler, Online-Karriereberater mit Wohnsitz in den USA. "Im übrigen ist es aber ein Irrtum zu glauben, dass man in New Jersey anders oder härter auf die Nase fällt als in Nürnberg".Um eine Bruchlandung zu vermeiden, gilt es, sich vorab sorgfältig über Land, Branche und Unternehmen zu informieren. "Verbände und Vereinigungen (deutsche IHK im Ausland) sind oft gute Mittler", hat Winkler die Erfahrung gemacht. "Ansonsten kommt man am einfachsten an sein Wunschziel, wenn man vor Ort schon Leute kennt oder sich die Mühe macht, Kontakte zu recherchieren und anzuknüpfen". Jede globale Suche ende lokal.Winkler rät außerdem: "Identifizieren Sie eine geeignete Organisation. Machen Sie sich über sie kundig. Finden Sie heraus, wer dort das Sagen hat und mit sich reden lässt. Präsentieren Sie sich. Treten Sie freundlich und bestimmt auf und machen Sie einen konkretenVorschlag. Das bringt einen von Aarhus bis Zhengzhou früher oder später in einen Job".Wer flexibel ist, dem bietet das Arbeitsmarktbarometer von Manpower gute Hintergrundinformationen für die Vor-Recherche. Künftig informiert es vierteljährlich nicht nur über die Entwicklung in Deutschland, sondern auch im Ausland - kostenfrei. Im restlichen Europa sieht es demnach zur Zeit wesentlich besser aus, als hierzulande: Außer in Deutschland geht es nur noch Belgien jobtechnisch bergab (minus zwei Prozent). Die höchsten Zuwachsraten erwarten Großbritannien und Spanien mit jeweils 13 Prozent gefolgt von Irland mit zwölf Prozent. "Mehr Arbeitgeber in Europa sehen ihre Beschäftigungsrate im dritten Quartal 2003 wachsen statt sinken", fasst die Studie zusammen.Wer sich bereits auf ein Land festgelegt hat und gezielt nach Hintergrundinfos sucht, muss nicht für teuer Geld ins Ausland telefonieren. "Richten sie ihre Fragen, insbesondere zu Aufenthalts- und Arbeitsrecht in ihrem künftigen Gastland in erster Linie an die Vertretung des entsprechenden Landes in Deutschland", lautet der Ratschlag auf der Homepage des Auswärtigen Amtes. Generell gilt: Angehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union sowie des Europäischen Wirtschaftsraumes genießen Freizügigkeit. Sie benötigen für die Arbeitsaufnahme keine Arbeitserlaubnis und sind rechtlich den Arbeitnehmern des Gastlandes gleich gestellt.Wenn alle Fragen rund um das Land geklärt sind, braucht es nur noch den passenden Job. Um konkret nach Angeboten zu recherchieren, lohnt sich ein Blick auf den Stellen-Informations-Service des Arbeitsamtes. In der Datenbank lässt sich mit Hilfe einer Suchmaske nach Jobs passend zur eigenen Qualifikation suchen. Auch die Online-Jobbörsen listen in der Regel Stellen im Ausland gesondert auf. Das Angebot ist mitunter jedoch recht dünn: Auf Jobware.de finden sich etwa unter der Rubrik Großbritannien gerade mal zwei Stellen.Fest steht: Wegen der Arbeitsmarktsituation Deutschlands ins Ausland zu "fliehen", sollte niemand - es kann aber ganz geschickt sein für alle, die sowieso mit dem Gedanken gespielt haben. Für die persönliche Entwicklung lohnt es sich allemal: "Man kann heute nicht mehr über Karriere nachdenken und dabei Auslandseinsätze strikt ausklammern", sagt Karriereexperte Winkler. "Ich kenne in Industrie und Forschung einige profilierte Personen, aber keinen einzigen Leader ohne Auslandserfahrung".Links im Internet* Das Arbeitsmarktbarometer von Manpower erscheint in Deutschland von diesem Monat an vierteljährlich und kostenfrei.http://www.manpower.de/* Arbeitsmarktprognose der BundesregierungAnzeichen für eine Belebung des deutschen Arbeitsmarktes sieht Wirtschaftsminister Clement im nächsten Jahrhttp://de.news.yahoo.com/030618/71/3hzxc.html* Die Kontaktdaten der Karriereberaterin Martina Frisch finden sich auf ihrer Homepage unter:http://www.frisch-durchdacht.de/Neue_Dateien/coach.html* Karriereexperte Gerhard Winkler berät aus den USA unter anderem über seine Homepage:http://www.jova-nova.com* Die Deutsche Außenhandelskammer bietet politische und wirtschaftliche Hintergrundinformationen für sämtliche Länder rund um den Globushttp://www.ahk.de/*Auswanderung, Arbeiten im AuslandDas Auswärtige Amt hat nützliche Links rund um das Thema Arbeiten im Ausland gesammelt. Stand: Oktober 2002http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos*Arbeiten in EuropaHintergrundinformationen bietet das Arbeitsamt und die Europäische Unionhttp://www.arbeitsamt.de/hst/international/arbausl/arbeur/index.htmlhttp://europa.eu.int/Eine Datenbank mit Auslandsjobs hat das Arbeitsamt in ihrem Stellen-Informations-Service (SIS) aufgelistethttp://www.arbeitsamt.de/cgi-bin/aoWebCGI?sisJobs gibt es außerdem auf den Onlinejobbörsen - unter Umständen etwas dünn gesät wie etwa auf Jobware.de unter "Großbritannien"http://www.jobware.de/stellenmarkt/jobs-im-ausland.htmlEinen guten Überblick und nützliche Infos zu den beliebtesten Ländern bietet das Forum Berufsbildunghttp://www.berufsbildung.de/j_jobsuche_im_ausland/ *** 2. Studie: Jobverlust durch neue Fusionswelle in Europa? *** In Europa stehen viele Unternehmen vor einer neuen Übernahme- und Fusionswelle. Das geht aus einer Studie der Roland Berger Strategy Consultans hervor. Besonders stark ist der Konzentrationsdruck in den Branchen Pharma, Chemie, Lebensmitteleinzelhandel, Automobilzulieferer, IT-Services und Telekomunikation / Mobilfunk. Gute Potenziale bieten die Bereiche Energie, Medien / Verlage, Bau und Reiseveranstalter. Nur bei den Fluggesellschaften und in der Automobilindustrie wird sich weniger bewegen, heißt es in der Studie.Kurzfristig gefährde eine neue Fusionswelle Zehntausende von Jobs, äußerte sich Roland Berger, scheidender Vorsitzender der Geschäftsführung gegenüber dem Magazin Capital. "Langfristig erwarte ich das Gegenteil. Größere Unternehmen haben mehr Mittel, um in Forschung, Entwicklung, Produktion und Marketing zu investieren."Angesichts der gesunkenen Aktienpreise hält Berger Fusionen für sinnvoll. "Der Aktienkurs des jeweiligen Beteiligungspartners ist äußerst relevant für das spätere Beteiligungsverhältnis. Das betrifft vor allem deutsche Firmen, nachdem der Deutsche Aktienindex (Dax) vergangenes Jahr um 44 Prozent gesunken ist, der französische CAC aber nur um 33 Prozent und der britische FTSE um lediglich 24 Prozent." Laut Studie besteht gegenüber den USA zudem Nachholbedarf. Die Industrie in Europa ist auch 15 Jahre nach Vollendung des einheitlichen Binnenmarktes noch immer stark zersplittert. In den Vereinigten Staaten dagegen dominieren in vielen Branchen oft eine Handvoll Großunternehmen. Nachzulesen ist die Studie im Presseportal/ots *** 3. Geisteswissenschaften: Stärkere Förderung beschlossen *** Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) will Geisteswissenschaftlern einen besseren Zugang zu ihren Fördermitteln ermöglichen. Mit diesem Beschluss hat sie die Empfehlungen der "Förderinitiative Geisteswissenschaften" in konkrete Programme umgesetzt.Zahlreiche Geisteswissenschaftler hatten geklagt, dass die Förderprogramme nicht ihre spezifischen Belange berücksichtigten. Eine Umfrage der DFG hatte daraufhin ergeben, dass viele Geisteswissenschaftler die angebotenen Programme nicht kennen oder nicht nutzen. Die Forschungsgemeinschaft will deshalb neben einigen Neuerungen die bestehenden Programme besser präsentieren und den Bedürfnissen der Geisteswissenschaftler anpassen. Sie hofft, dass die Geisteswissenschaften durch diese Maßnahmen in der deutschen Wissenschaft höhere Anerkennung finden.Einige Punkte der neuen Förderprogramme:- Die DFG fördert Nachwuchswissenschaftler (post-docs), die zur Projektarbeit wissenschaftliche Netzwerke gründen. Das Projekt muss mit einem "identifizierbaren Produkt" abschließen - etwa einer Publikation, einer Tagung oder einer Ausstellung. Die DFG unterstützt die Netzwerke mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren. Dabei will sie die Antragszeiten erheblich verkürzen: Zweimal im Jahr entscheidet sie über die zu bewilligenden Projekte.- Das Programm zur "Struktur und Profilbildung in der kooperativen Forschungsförderung" soll es Geisteswissenschaftlern unter anderem erleichtern, Sonderforschungsbereiche einzurichten. So können Institute etwa Professoren anwerben, die bis zu sechs Jahre von der DFG bezahlt werden. Danach muss die Universität die Kosten übernehmen. Hiervon profitieren insbesondere die kleinen Fächer, die von der bisherigen Form von Sonderforschungsbereichen nahezu ausgeschlossen waren.- Für Professoren wird es einfacher, Forschungssemester zu beantragen. Sie geben zukünftig die Vertretungskosten direkt im Projektantrag als Teil der Sachhilfe an. Das vereinfachte Verfahren - bisher war ein gesonderter Antrag für das Forschungssemester notwendig - soll Professoren dazu ermuntern, sich vertieft der Forschungsarbeit zu widmen.- Unter dem Stichwort "Langfristigkeit der Forschungsperspektive" will die DFG Projekte bis zu zwölf Jahre lang fördern, wenn dies für die wissenschaftliche Arbeit nötig ist. Dies gilt etwa für umfassende Editionen oder archäologische Ausgrabungen.Die DFG hat die Empfehlungen der "Förderinitiative Geisteswissenschaft" auf ihrer Homepage veröffentlicht. In Kürze sollen dort die Merkblätter mit Voraussetzungen, Antragsverfahren und Förderhöhe der einzelnen Programme erscheinen.http://www.dfg.de *** 4. Netzwerk: Kongress für Führungskräfte *** Eine gute Gelegenheit zum Netzwerken bietet die Veranstaltung "Marke Deutschland: Kongress der Generationen" am 26. und 27. Juni in den Johannishöfen in Berlin. Junge Führungskräfte aus Unternehmen, Wissenschaft und Politik diskutieren über die Zukunft von Deutschland. Die Bundeszentrale für politische Bildung möchte zusammen mit den Initiativen BerlinPolis, Deutschland TM und "Deutschland packt's an" Ideen von jungen Menschen "jenseits traditioneller Partei- und Verbandsstrukturen" sammeln und vernetzen.Die Studenten und Berufseinsteiger diskutieren in fünf verschiedenen Workshops über die Themen "Die Macht der Innovationen", "Marktwirtschaft: Chancen für alle?", "Wissensgesellschaft", "Deutschland in schlechter Verfassung?" und "Wie spricht die Marke Deutschland?". Ziel des Kongresses ist es, Reformwege für Deutschland in Politik, Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft aufzuzeigen.Als Referenten sind unter anderem Ulrich Klotz vom Vorstand der IG Metall, Sybille Volkholz von der Heinrich-Böll-Stiftung, Tasso Enzweiler von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und Klaus Krischok vom Goethe Institut Inter Nationes geladen.Der Kongress ist kostenlos, eine Spende von 20 Euro aber erwünscht. Informationen und Anmeldung unter http://www.marke-deutschland.de. Kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich. *** 5. Kongress: Medien und Beruf *** Ein Fachkongress zur Messe "generation m" - eine Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen und der dortigen Landesanstalt für Medien - beschäftigt sich mit Bildung und Arbeit in den Medien. Auf dem Forum "Medien und Kommunikation" vom 21. bis zum 25. Juni 2003 werden aktuelle Themen der Bildung und des Medien-Arbeitsmarktes diskutiert und es sollen Handlungsempfehlungen für die Zukunft entwickelt werden. Es beteiligen sich Experten aus Unternehmen, Bildungseinrichtungen und der Landespolitik. Jeder der drei Veranstaltungstage steht dabei unter einem eigenen Schwerpunktthema:- Montag 23.6.: Hochschule und Medienwirtschaft - Vom Wert des Studierens- Dienstag, 24.6.: Aktuelle Beschäftigungsperspektiven der Medienbranche- Mittwoch, 25.6.: Neues vom Tellerrand. Der internationale Arbeitsmarkt MedienVeranstaltungsort ist Köln, Halle 5 des medienforum.nrw, 9:00 Uhr - 18:00 Uhr. Die Kosten für die einzelnen Veranstaltungen des Fachkongresses sind in der Regel bereits im Messeeintritt von sechs Euro enthalten