"Wissenschaftlich exzellente Inhalte werden oft, zu oft, mit amateurhaften Methoden dargeboten", sagt Bernd Weidenmann, Professor für Pädagogische Psychologie an der Universität der Bundeswehr München. In dem Online-Beitrag "Wann und wo lernen Hochschullehrer, wie man lehrt?" kritisiert er zudem den "Mangel an Professionalität und eine fehlende Einstellung bei Diskussionen und Meetings, in Seminaren oder Gremiensitzungen, bei Beratungs- und Prüfungsgesprächen sowie in der Betreuung von Arbeitsgruppen".

Als "Sprechberufler" sollten Professoren ihre Lehrkompetenz überprüfen und verbessern, rät Weidenmann. Evaluationsbögen von Studenten seien eine Chance, mehr darüber zu erfahren, wie man von den Zuhörern wahrgenommen wird. Mit Hilfe des Feedbacks ließen sich die Defizite analysieren und konkrete Vorsätze entwickeln.

Nicht wenige Hochschullehrer reagierten jedoch negativ auf die Bewertung ihrer Lehre durch die Studenten. "Hochschullehrer neigen dazu, Misserfolge ihrer Studenten ausschließlich diesen zuzuschreiben", geht der Autor des jüngst erschienenen Buches "Gesprächs- und Vortragstechnik" mit seinen Kollegen zu Gericht. Über einen eigenen Anteil pflegten sie keinen Gedanken zu verschwenden.

Weidenmann empfiehlt Hochschullehrern, systematisch zu lernen, wie man professionell vorträgt, mit Medien präsentiert, Kleingruppenmethoden in Seminaren einsetzt und Diskussionen oder Arbeitsbesprechungen moderiert. "Ganz zu schweigen von anderen beruflichen Kommunikations-Fertigkeiten, die ein Hochschullehrer - wie ein Manager - außerdem braucht: Beraten, Anleiten, Feedback geben."

Weidenmann nennt als Beispiel für Kurse und Trainingsprogramme an den Universitäten das Programm "Prolehre" an der Technischen Universität München für Habilitanden und das Programm "Start in die Lehre" an der Universität der Bundeswehr München. "Frequentiert werden sie in der Regel vom wissenschaftlichen Nachwuchs, nicht von etablierten Professoren", sagt Weidenmann.

Der vollständige Text von Professor Weidenmann befindet sich:

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