Die Systemhäuser für Informationstechnologie (IT) in Deutschland schätzen derzeit die Aussichten für das laufende Jahr deutlich pessimistischer ein als noch vor drei Monaten. Dies hat eine Umfrage der Betreibergesellschaft Skill Portal unter 165 Unternehmen ergeben.

Nur noch 67 Prozent der befragten Firmen erwarten für ihre IT-Services 2003 eine Umsatzentwicklung auf Vorjahresniveau oder darüber. Bei einer vergleichbaren Umfrage im ersten Quartal hatten sich noch fast 72 Prozent vergleichbar positiv geäußert. Mit einem Umsatzwachstum im Gesamtjahr rechnen derzeit 15 Prozent der Unternehmen, zuvor waren es 22 Prozent.

Auch die Jobperspektiven haben sich verschlechtert: Drei Viertel der Unternehmen (75 Prozent) haben für dieses Jahr laut Umfrage keine wirtschaftlich bedingten Kündigungen in der Schublade; im ersten Vierteljahr lag diese Quote noch bei 85 Prozent. Nur noch zehn Prozent der Firmen wollen die Personaldecke aufstocken (Erstes Quartal: 16 Prozent).

Kommendes Jahr sieht es auf dem Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte laut Umfrage etwas besser aus: 60 Prozent der Firmen wollen den Personalstamm 2004 unverändert lassen. Das sind mehr als bei der Umfrage in den ersten drei Monaten (51 Prozent). Ein Drittel (33 Prozent) der Unternehmen plant sogar Neueinstellungen, was deutlich weniger ist als noch bei der Umfrage im ersten Vierteljahr (46 Prozent).

Grund für den Pessimismus für 2003: Im Laufe des Jahres werden die Preise für Dienstleistungen weiter sinken, rechnen rund die Hälfte der Betreiber von Systemhäusern. Drei Monate zuvor äußerte sich nur ein gutes Drittel (38 Prozent) derart pessimistisch. Ein Anziehen der Preise in 2003 erwarten lediglich 4 Prozent der Unternehmen.

Für 2004 gibt sich die Branche der IT-Systemhäuser überwiegend optimistisch, wenn auch etwas weniger als noch zu Anfang des Jahres. Laut Umfrage gehen 58 Prozent der Unternehmen von einem steigenden Geschäftsvolumen im nächsten Jahr aus (erstes Quartal: 71 Prozent). Mehr als ein Drittel erwarten eine gleich bleibende Entwicklung. Das Grüppchen der Pessimisten, die für 2004 einen sinkenden Umsatz prognostizieren, ist in den zwei Quartalen nur geringfügig von 6 auf 7 Prozent angewachsen.

Der Optimismus hängt auch damit zusammen, dass die bei weitem überwiegende Mehrheit der Systemhäuser (81 Prozent) für 2004 eine Stabilisierung der Preise erwartet. Ein gutes Viertel (26 Prozent) geht davon aus, dass die Preise im nächsten Jahr wieder anziehen werden.