Der Anzahl veganer Kochbücher in einer beliebigen Buchhandlung nach zu urteilen, müsste in jedem zweiten Haushalt vegan gekocht werden. Tatsächlich lebt nur ein kleiner Prozentsatz der Deutschen streng vegan. Die offensichtliche Popularität veganer Themen lässt vermuten, dass sie eine starke Lobby haben, deren Vertreter als Multiplikatoren fungieren. Zwei von ihnen haben wir zur Livedebatte eingeladen:

Christian Vagedes ist Vorsitzender der gemeinnützigen Veganen Gesellschaft Deutschland e.V., die er 2010 ins Leben rief. Außerdem hat der 40-Jährige die vegane Messe veganfach initiiert und ist Buchautor (veg up. die veganisierung der welt) und Coach. Die Vegane Gesellschaft tritt für die Interessen der Veganer "und ihre ethisch motivierten Ziele in der demokratischen Öffentlichkeit" ein. Sie will unnötiges Tierleiden verhindern und zu Lösungen ökologischer Probleme und zur Überwindung des Welthungers beitragen.

Mahi Klosterhalfen gründete 2005 als Student die Initiative Käfigfreie Mensa, die sich für einen Verzicht auf Eier aus Massentierhaltung in Uni-Mensen einsetzt. Seit 2008 ist er geschäftsführender Vorstand der gemeinnützigen Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Die im Jahr 2000 gegründete Organisation ist der Maxime ihres Namensgebers verpflichtet: Ehrfurcht vor allem Leben. Sie fördert die vegane Lebensweise als "derzeit ethisch beste Lösung", schätzt aber, dass "ein Ende der Nutzung von Tieren als Nahrungsquelle derzeit nicht absehbar ist", und wirkt deshalb auf eine weniger qualvolle Züchtung, Haltung und Tötung der Tiere hin.

Zwei Organisationen, ein Ziel – aber auch dieselbe Zielgruppe? Welche Menschen wollen sie ansprechen und welcher Strategien bedienen sie sich dabei? Welchen Einfluss nehmen sie als Kommunikatoren auf die Relevanz veganer Themen in der Öffentlichkeit? Auf welche Reaktionen, auch kritische, stoßen sie dabei? Diese Fragen diskutieren Mahi Klosterhalfen und Christian Vagedes heute von 15.30-17 Uhr miteinander und mit unseren Lesern hier im Kommentarbereich.