Im Kommentarbereich zu einem Bericht über die Proteste in Kiew (Wie die Ukrainer ihre Revolution erkämpfen) erreichte die Redaktion folgender Hinweis: "[…]  die Art und Weise, wie hier wieder eine offensichtlich pro-russisch und anti-westlich positionierte Kommentatorenschaft Kommentare zu Berichten über die Vorgänge in der Ukraine innerhalb kürzester Zeit kapert, wäre doch mal einen eigenen Artikel wert."

Einen solchen Hinweis erhalten wir nicht zum ersten Mal. Wenn es um Russland oder verwandte Themen geht, kritisieren Kommentatoren regelmäßig tendenziöse Berichterstattung der Medien (zum Beispiel im Kommentarstrang zum Ukraine-News-Blog vom Samstag, den 25. Januar 2014). Andere beklagen eine Spaltung im Kommentarbereich: die pro-russische Übermacht auf der einen Seite, eine kritische Minderheit, die in die Defensive gedrängt wird, auf der anderen.

Aus China stammt das Phänomen der 50-Cent-Party-Blogger, die von der Regierung bezahlt werden, um durch propagandagesteuerte Kommentare gezielt das Meinungsbild in Foren zu manipulieren. Dass bezahlte Kommentatoren auch im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Russland und Syrien im Einsatz sind, wird oft vermutet. Ähnliches lässt sich immer dort beobachten, wo kritisch über undemokratische politische Systeme berichtet wird. Beweisen lässt sich die Vermutung, dass bezahlte Kommentatoren aktiv sind, allerdings nicht. 

Aber egal, wer sie schreibt: Kommentare, die propagandistischer Natur sind, die versuchen, anderslautende Meinungen auszuschalten, werden von uns moderiert.

Abgesehen davon möchten wir unsere Kommentatoren fragen: Fühlen Sie sich in Debatten zu politischen Themen manchmal in die Defensive gedrängt, wenn Sie sich gegen die Mehrheitsmeinung positionieren?

(Annika von Taube)