Extrapunkt für dummes Zeug

Dozent nach dem Austeilen der Fragen: "Wenn Sie keine Fragen mehr haben, würde ich rüber in die Cafeteria gehen. Kommen Sie doch rüber, wenn Sie fertig sind und bringen Sie mir Ihre Ergebnisse."

Student: "Entschuldigung... Können wir die Klausur auch gemeinsam mit anderen schreiben? In Kleingruppen quasi?"

Dozent: "Ja. Machen Sie mal."

Student: "Müssen dann alle ein Exemplar des gemeinsamen Ergebnisses abgeben oder kann vielleicht nur einer schreiben und wir schreiben nur alle unsere Namen drunter?"

Dozent: "Ja, geht schon. Wenn alle Namen draufstehen, können Sie auch nur einen schreiben lassen."
Reaktor Ben
, über Facebook

2009 saß ich in meinem Zweitversuch zu "Maschinenelemente I", eine Prüfung, die fast jeder Maschinenbaustudent an der Uni Siegen mindestens zwei Mal schreibt und die wohl auch für die meisten Studienabbrüche verantwortlich ist. Kurz nach Prüfungsbeginn schlenderte der Professor durch die Reihen und schaute jedem aufs Blatt. Ein oder zwei Reihen hinter mir blieb er etwas länger am Tisch einer Kommilitonin stehen und kommentierte: "Wenn Sie das schon nicht können, brauchen Sie gar nicht weiterzumachen."
Thijs Lucas, Maschinenbau, Uni Siegen

Im Laufe meines Studiums musste ich schon einige Prüfungen bewältigen, angefangen mit der eigentlichen Anmeldung. Diese stellte sich dank eines neuen digitalen Verwaltungssystems als so abenteuerlich heraus, dass einer meiner Professoren seinem Kurs empfahl: "Sehen sie es sportlich, die Anmeldung ist bereits Teil der Prüfung."
Hannah Rau, English Studies, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Physikklausur "Experimentelle Physik I" an der RWTH Aachen. An Karneval. Im Rheinland. Das führt natürlich zu Niedergeschlagenheit bei den Studierenden, doch einige schaffen es, den Termin zu ihrem Vorteil zu nutzen – schließlich kann einem niemand eine Verkleidung an Karneval verbieten. So verkleiden sich einige der Studenten als "verrückte Physiker" mit wilder Perücke und Laborkittel, auf dem praktischerweise einige physikalische Formeln aufgedruckt sind. So können sie quasi als lebende Spickzettel die Klausur schreiben.
Florian Briechle, Physik, RWTH Aachen

Aufgabe im Fach "Mechanische Verfahrenstechnik II": Prinzessin Lillifee spielt mit ihrer Perlenkette in der Nähe eines Tümpels, als diese kaputtgeht und eine Perle in den Tümpel fällt. a) Berechnen Sie die Sinkgeschwindigkeit der Perle, wenn diese einen Durchmesser von ... und ... hat und der Sinkprozess im Stokes-Bereich verläuft. b) Kröte Paul sieht, wie die Perle in den Tümpel fällt und springt hinterher, um sie Prinzessin Lillifee zurückzubringen. Welche Sinkgeschwindigkeit hat die Kröte, wenn sie idealisiert als Kugel mit einem Durchmesser von 10 cm betrachtet wird? Wird Kröte Paul der Prinzessin die Perle zurückbringen können?
Xarx, aus den Kommentaren

Multiple-Choice-Klausur mit der Erlaubnis, "jegliche Form von Unterlagen" mit in die Klausur zu nehmen (Open-Book-Prinzip). Besonders schön war, dass "Open Book" auch als "Open Netbook" verstanden wurde, sodass auf jedem zweiten Platz entweder ein Laptop oder ein Smartphone lag und die Fragen gemeinsam in Facebook-Gruppen und Chats beantwortet wurden. Im Jahr darauf (2011) wurde das Internet auch von den zuständigen ProfessorInnen entdeckt und diese Erweiterung von "Open Book" verboten.
Saman Mardi, über Facebook

Prüfung bei Feueralarm und ohne Licht

In meiner Zwischenprüfung (physische Geographie) bestand der Redebeitrag meines Prüfers aus genau drei Worten: Erklären Sie Wasser!
cassikov, aus den Kommentaren

Öffentliches Recht, Zwischendiplomprüfung Baurecht, Dauer fünf Stunden. Die Fallbeschreibung war noch üblich: Baugrundstück, einer will eine Kita bauen, die Nachbarn wehren sich. Jedoch anstatt ein Urteil zu schreiben oder das Baurecht zu beleuchten, lautete die "Aufgabe": "Zeichnen Sie die entsprechenden Baupläne und erläutern anhand dieser die Rechtslage." Es haben nur sehr wenige bestanden – ich war eine davon. Ich habe sehr rudimentär gezeichnet und auf 27 Seiten meine Zeichnung so beschrieben, wie sie aussehen sollte – wenn ich sie denn zeichnen könnte und Architekt wäre. Anschließend habe ich auf weiteren 45 Seiten das rechtliche Problem gelöst. Ich fing 30 Minuten später an, weil ich die ganze Zeit halb lachen, halb weinen musste, denn ich scheitere beim Zeichnen schon an einem Schaf und murmelte ständig vor mich hin: "Architekten zeichnen, Juristen nicht." Grund für diese Art der Prüfung: Sie müssen alles können und das unter Stressbedingungen.
Moutzel, aus den Kommentaren

Feueralarm ging los, Licht im fensterlosen Hörsaal fiel aus. Kommentar des Prüfers: "Verwenden Sie die Displaybeleuchtung Ihres Handys und schreiben Sie damit weiter!"
Mela Nie, über Facebook

Bei meinem Auslandsstudium in Madrid war die Zusatzaufgabe zur Möglichkeit der Verbesserung der Note in einer VWL-Prüfung die Frage: "Wie ist der Name Ihres Professors?" Ich musste aufpassen, dass ich nicht laut loslache; Ungläubigkeit war gar kein Ausdruck für unsere Blicke. Es ist aber anzumerken, dass es in Spanien üblich ist, seine Professoren nur beim Vornamen zu nennen und zu duzen. Dies hat dann auch dazu geführt, dass dieser Zusatzpunkt bei vielen Studenten dann doch nicht geschenkt war.
LindaES, aus den Kommentaren

In einer Prüfung für technische Mechanik saßen einige Mitstudierende, mich eingeschlossen, im dritten Versuch. Die Studierenden waren über drei Räume verteilt und hatten knapp 90 Minuten Zeit, um vier Prüfungsfragen schriftlich zu beantworten. Am Ende kam der Professor rein und verlängerte die Prüfzeit um fünf Minuten, da wir später angefangen hatten. Die fünf Minuten waren natürlich ein Witz. Nach diesen fünf Minuten kam er in unseren Raum und fragte, wie weit wir wären, der Schnitt war gerade dabei, die dritte Aufgabe zu beenden. Daraufhin gab er uns zehn Minuten mehr. Nach diesen zehn Minuten kam er wieder in den Raum und meinte, aufgrund einer Meinungsverschiedenheit mit einem Mitstudierenden, der dies offensichtlich nicht mitbekommen hatte, verlängere er noch einmal um zehn Minuten. Am Ende dieser zehn Minuten kam er wieder herein und sagte, es gäbe wohl ein Problem, man habe nicht die Uhren verglichen, sodass ab diesem Zeitpunkt X jetzt diese zehn Minuten gelten würden. Nach diesen schon eigentlich 35 Minuten Verlängerung kam er ein letztes Mal und meinte, dass es wohl Probleme in der Aufgabenstellung gab und er daraufhin ein letztes Mal zehn Minuten gäbe. Fazit: 45 Minuten Verlängerung, alle Aufgaben gelöst und mit 1,7 bestanden.
Brausemann, aus den Kommentaren