Den Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan am Dienstag in Berlin nahmen wir zum Anlass, unsere Leser türkischer Herkunft zu fragen: Gehen die Deutschen mit Erdoğan zu hart ins Gericht?

Die Türken in Deutschland seien über Erdoğan unversöhnlich zerstritten, hatte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, in einem Radiointerview behauptet. Doch in den Kommentaren stellt sich das etwas anders dar. Obwohl die Lager erkennbar sind, attestieren auch Kritiker Erdoğan Verdienste am Land. Neben den Befürwortern und den Gegnern bilden also die Unentschiedenen eine dritte Kategorie.

Die Befürworter

Ja, er wird definitiv "zu hart ins Gericht genommen"! Erdoğan hat geschafft, wovon andere Politiker nicht mal träumen können. Die Türkei ist innerhalb von nur wenigen Jahren zu einem wirtschaftlich starken Land geworden. Die Innenpolitik ist fundierter denn je und die Menschen sind glücklicher. Türken, Kurden, Aleviten und Christen leben in Frieden miteinander. Das Ganze basiert natürlich auf einer Demokratie. Erdoğan sagt ja nicht: "Ihr seid Kurden, darum dürft ihr nicht wählen." Jeder im Lande wird gleich behandelt. Das merkt man vor allem daran, dass man in den Nachrichten nichts mehr von Auseinandersetzungen zwischen der Terrorgruppe PKK und dem Militär hört. Selbstverständlich gibt es Bürger, die mit der derzeitigen Regierung nicht zufrieden sind. Genau deshalb gibt es mehrere Parteien, die verschiedene politische Richtungen vertreten und gewählt werden können. Jede Regierung kann eine breite Masse ansprechen, aber eben nicht alle. Die Medien, vor allem in Deutschland, berichten jedoch nur Negatives über die Türkei! Fasst euch mal an die eigene Nase! Auch hier im Lande gibt es Bürger, die mit Merkels Politik nicht zufrieden sind. Kommen aber dazu täglich mehrere Berichte raus? Ich sehe keine.
Yalcin Tugba AR, über Facebook

Erdoğan ist der demokratischste, säkularste, rechtstaatlichste, sozialste Regierungschef, den die türkische Republik seit ihrer Gründung gesehen hat. Die Republik Türkei war vor Erdoğan in Sachen Menschenrechte irgendwo zwischen Uganda und Nordkorea. Die Erdoğan-Kritiker tun, als hätten vor ihm skandinavische Verhältnisse geherrscht.
Yasar Alagöz, über Facebook