Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen, diese Regel wird jedem Kind eingetrichtert. Offenbar ohne Erfolg, wenn man bedenkt, dass einer Studie zufolge die Hälfte aller Studenten vom Phänomen der Prokrastination betroffen sind, und zwar ganz besonders dann, wenn es um das Erstellen von Hausarbeiten geht.

Die Unlust oder Unfähigkeit, Dinge zu Ende zu bringen, ist aber keinesfalls aufs Studentenleben beschränkt. Ob es die Kellerentrümpelung ist oder das Lernen der Fremdsprache, der Kräutergarten, die Doktorarbeit, das Buch – irgendwie will das Projekt nicht so recht vorankommen. Das könnte zum einen daran liegen, dass man es noch gar nicht begonnen hat. Oder man fängt voller Tatendrang an, verliert dann kurz für ein paar Jahre das Ziel aus den Augen, und schon entgleitet einem das Projekt, fängt an, sich zu verselbstständigen, ein Eigenleben zu entwickeln, unantastbar zu werden. Bisweilen wird so das Nicht-Fertigstellen eines Vorhabens zu seiner eigentlichen Daseinsberechtigung.

Was ist Ihr Projekt für die Ewigkeit?

Kennen Sie das Phänomen? Haben Sie auch so ein Projekt, das Sie seit Jahren begleitet und von dem Sie mittlerweile ahnen, dass Sie es nie beenden werden? Von dem Sie mittlerweile vielleicht gar nicht mehr wollen, dass es je zum Ende kommt, weil es Ihnen ein liebgewonnener Begleiter geworden ist oder seine ganz eigene Dynamik und Schönheit entwickelt hat? Dann erzählen Sie uns davon – und zwar jetzt gleich!

Nutzen Sie für Ihre Geschichte den Kommentarbereich oder schreiben Sie an leserartikel@zeit.de, Betreff "Ewiges Projekt". Eine Auswahl der ewigsten Projekte werden wir im Lauf der Zeit veröffentlichen.