Mir fallen zwei Dinge zum Fernsehen in meiner Kindheit ein: 1. dass meine Eltern erzählen, ich hätte immer gesagt, wie bunt die Mainzelmännchen sind (wir hatten einen Schwarz-Weiß-Fernseher!) und 2. dass beim Familienschauen samstags jeder seinen Stammplatz hatte: Ich saß außen am Sofa neben meiner Mutter und auf ihrem Schoß lag zusammengerollt unsere Katze Maunzerle – immer! Na, und Dienstags abends heimlich hinterm Sofa gesessen und Dallas angesehen.
Sabine Komossa-Rieger, über Facebook

Als Zehnjähriger stand ich 1958 auf dem Balkon und guckte von dort in das Wohnzimmer unseres Nachbarn Wawrzinek – genau an der Wand gegenüber stand sein Fernseher. Wir hatten keinen. Die Tür zum Balkon war offen, Wawrzinek lehnte gemütlich in seinem Sessel und am Bildschirm lief fast jeden Abend die Fortsetzungsserie Abenteuer unter Wasser über einen Froschmann und Taucher, der viele Abenteuer zu bestehen hatte, und jeden Abend stritt ich mit meinem Vater leidenschaftlich darüber, ob es Wahrheit oder erfunden war. Für mich war es Realität. Mein Vater arbeitete in dem Fotogeschäft der Stadt, zu dem auch das örtliche Kino gehörte. Das waren noch die Zeiten, als die Schauspieler nach Premieren persönlich anwesend waren und Autogramme gaben. Lex Parker, Georg Thomalla, Pierre Brice… Das Kino durfte unsere Familie kostenlos besuchen. Daher wusste ich genau, dass die Schauspieler alles überlebten, weil es eben nur Film war. Fernsehen aber, das war anders: Eine wirkliche Welt, die mir auf wundersame Weise im Wohnzimmer vom Wawrzinek gezeigt wurde.
Walter J. Dobisch, per Email

Mein Bruder und ich stritten uns seltsamerweise immer darum, wer den Fernsehapparat einschalten und ausschalten durfte. Als ob das irgendwie Spaß machen würde?! Uns war das aber wahnsinnig wichtig. Unser Fernsehapparat war übrigens ein richtiges Möbelstück, aus Holz, auf einem schicken Fuß stehend. Wurde beim Fernsehen auch richtig heiß. Wenn die Eltern abends ausgingen und wir heimlich fernsahen, genügte der Griff auf den Kasten und die Eltern wussten, dass wir doch noch nicht seit Stunden in unseren Bettchen schliefen…
Angelika Rütgen-Dömötör, über Facebook

Als wir klein waren (späte sechziger/frühe siebziger Jahre), gab es bei uns "Fernsehpunkte". An die Details kann ich nicht mehr genau erinnern, ich weiß nur, dass es wöchentlich mit dem Taschengeld eben auch solche Punkte gab, mit denen man sich sozusagen Fernsehzeit erkaufen konnte. Und es waren immer zu wenig! Nachrichten waren "umsonst", für das Kinderprogramm am Nachmittag mussten wir ein paar wenige Punkte abgeben, und alles nach dem Abendessen (z.B. Hitparade) war eine echte Investition. Da musste man dann vorher in der Hörzu genau planen, welches Programm so wichtig war, dass man es un-be-dingt sehen musste. Früh geprägt: Bis heute kann und will ich nicht "zappen", sondern überlege vorher, wann ich den Fernseher anschalte.
Kommentar von CarstenH

Wenn ich als Kind nicht schlafen konnte, schlich ich mich nachts ins Wohnzimmer, um mir den Sendeschluss anzusehen. Es gab ja so um 23 Uhr rum noch mal die Tagesschau und nach dem Wetter hieß es immer: "Damit ist das Programm der ARD für heute beendet, noch mal einen Blick auf die Uhr, es ist 23:12 Uhr. Nachfolgend noch das Programm für morgen, Dienstag den 25. Februar 1969. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht." Dann kam die Programmtafel und das alte ARD-Zeichen, was so aussah wie eine Eklipse und unten drunter stand "Sendeschluß", dann kam das Testbild und dieser hohe Ton. Dann war wirklich Nacht und Ruhe.
Werner Truba, über Facebook

Ich wurde immer geweckt, wenn entscheidende Ereignisse übertragen wurden und durfte bisweilen auch ganze Nächte lang wachbleiben. Eine erste Kindheitserinnerung war dieser heiße Julinachmittag, als ich vom Kindergarten nach Hause kam und Apollo 11 am Starten war. Das Abendessen fiel dann auf etwas später.
Kommentar von Vasudeva

Wenn ich die Titelmelodie von Raumschiff Enterprise höre, habe ich noch den Duft von Plantschi in der Nase, denn Freitag war Badetag und nach den Abenteuern von Kirk, Spock und Doc "Pille" McCoy ging’s gleich in die Badewanne. Oder war’s davor? Egal, Schaum und Enterprise sind untrennbar verbunden.
Kommentar von G. Berner