Sind nervige Nachbarn nicht ein weit verbreitetes Phänomen? Was wäre also, wenn wir jeden Nachbarn, der uns nervt, verklagen würden? Die Meldung über einen Raucher, dem die Wohnung gekündigt wurde, weil er seine Nachbarn mit dem Qualm belästigte, wird von unseren Lesern nur bedingt mit Verständnis für die Kläger kommentiert. Leser Trypsin zum Beispiel gibt einen Überblick über die olfaktorischen Belästigungen in seinem Haus von den Schuhen vor der nachbarlichen Wohnungstür bis zur Messi-Wohnung und schließt: "Wenn hier jeder wegen einer Geruchsbelästigung Anzeige erstatten würde, dann würden die Gerichte mit Klagen überflutet."

Tatsächlich gehört es ja zum Leben in einem Mehrfamilienhaus dazu, sich mit Nachbarn arrangieren zu müssen. Mit Nachbarn, die durchaus nerven können. Weil sie im Treppenhaus rauchen, zu laut Musik hören, auf dem Balkon grillen, ihre lauten Kinder durch die Wohnung toben lassen, den Gemeinschaftsgarten nutzen, aber nicht pflegen, ihren Müll nicht anständig trennen, sonntags oder abends Löcher in die Wand bohren, Dinge im Treppenhaus deponieren, die da nichts zu suchen haben – die Liste ist beliebig erweiterbar. Aber muss es dabei gleich zu Streits kommen, die entweder vor Gericht oder in lebenslanger Feindschaft enden?

Waren Sie schon einmal in einen ernsthaften Nachbarschaftskonflikt verwickelt? Dann erzählen Sie uns davon. Woran entzündete sich der Konflikt, und wie wurde er gelöst? Hat sich Ihr Streit vielleicht sogar in Freundschaft verwandelt, oder haben Sie einen kreativen Umgang mit dem Problem gefunden? Oder haben Ihre Nachbarn eine Angewohnheit, die zwar belästigend ist, aber auch irgendwie belustigend oder sogar eine Bereicherung für das ganze Haus?

Erzählen Sie uns Ihre Nachbarschaftsgeschichten, hier im Kommentarbereich oder senden Sie uns eine E-Mail an leseraufruf@zeit.de, Betreff "Nachbarn". Eine Auswahl Ihrer Schilderungen veröffentlichen wir in Kürze.