Apple-Chef Steve Jobs hat die Empfangspanne beim neuen Smartphone iPhone 4 eingeräumt, zugleich aber die Verbreitung des Problems heruntergespielt. "Es gibt kein 'Antennagate'", sagte Jobs auf einer Pressekonferenz am Apple-Firmensitz in Cupertino (Kalifornien). Er bezog sich dabei auf kritische Berichte in US-Medien und zahlreiche Videos auf Youtube , die sich über das Problem des jüngsten Apple-Geräts lustig machen. Einen Rückruf der Geräte schloss er aus.

Das neue iPhone war am 24. Juni in die Läden gekommen und hatte unmittelbar nach dem Start einen Verkaufsrekord aufgestellt. Allerdings kam schnell ans Licht, dass das Smartphone einen Signalverlust erleidet, wenn man es am unteren linken Gehäuserand hält – dort ist das Antennenband verarbeitet. 

Apple war deswegen in den vergangenen Tagen unter Druck geraten. So rutschte die Aktie am Donnerstag unter die Schwelle von 250 Dollar. Jobs wertete die Berichte in den Medien und im Web als "völlig unverhältnismäßig", da sie sich nicht mit den Erfahrungen der Kunden deckten.

Nur 0,55 Prozent aller iPhone-4-Besitzer hätten sich bei Apple gemeldet und über Probleme mit der Antenne und dem Empfang geklagt, sagte Jobs. Gleichwohl wolle Apple aber alle Kunden zufrieden stellen. Daher biete das Unternehmen allen von dem Problem betroffenen iPhone-Nutzern eine kostenlose Schutzhülle, den sogenannten "Bumper", an. Damit wird der direkte Kontakt von Hand und Antenne vermieden. Regulär kosten die "Bumper" je 29 Dollar.

Zudem bietet Apple eine Rücknahme an: Wer mit dem iPhone 4 nicht zufrieden sei, könne es unbeschädigt zurückbringen und erhalte sein Geld zurück, sagte Jobs. Er wies zugleich darauf hin, dass das Problem nicht allein das neue iPhone 4 betreffe, sondern auch Smartphones anderer Hersteller. Zu den vielfach kritisierten falschen Anzeige der Empfangsstärke riet Jobs, ein jetzt angebotenes Update der iPhone-Software iOS 4.0.1 aufzuspielen.