Das Averatec-Notebook ist mittlerweile fünf Jahre alt und friert unter Windows XP ständig ein, freilich immer zum denkbar schlechtesten Moment. Für den produktiven Einsatz war dieser Computer nicht mehr zu gebrauchen – jedenfalls nicht mit dem Betriebssystem von Microsoft. Dass dieser Text entstehen konnte, ist der Windows-Alternative Linux zu verdanken – genauer gesagt dem Ableger Linux Mint .

Es gab viele Gründe, das Alt-Notebook nicht in den Elektroschrott zu geben. Der Rechner ist klein (Zwölf-Zoll-Monitor) und leicht (knapp zwei Kilogramm). Mit 1,6 Gigahertz ist er nicht viel langsamer als ein aktuelles Netbook. Dass am Ende Linux Mint installiert wurde, ist kein Zufall. Während die Installation des beliebten OpenSuse 11.3 auf einem Standard-Desktop-PC genauso einwandfrei funktionierte wie das Aufspielen des ebenfalls sehr weit verbreiteten Ubuntu 10.4, gelang dies auf dem Notebook nur mit unbefriedigenden Ergebnissen. So war es nicht möglich, die Notebook-Grafikkarte und den Wlan-Funkstick richtig einzubinden.

Bevor der Weg jedoch zu Linux Mint führte, wurde die besonders für ältere und somit weniger leistungsfähige Computer interessante Version Puppy Linux ausprobiert. Der englische Begriff Puppy steht für Welpen. Beim Welpen-Linux handelt es sich um eine abgespeckte Linux-Variante, die komplett von einer CD-Rom oder einem USB-Stick geladen werden kann. Für den Betrieb auf einem älteren Rechner kann sie aber auch mit einer sehr einfachen Installation auf den Windows-Computer ("frugale Installation") kopiert werden. Am Microsoft-Betriebssystem selbst wird nichts Wesentliches verändert. Vielmehr werden Windows zwei Ordner hinzugefügt. Einer enthält die für den Welpen-Betrieb notwendigen Dateien. Im anderen Ordner befindet sich ein Programm, um beim Booten zwischen den beiden Systemen zu wählen. Die detaillierten Anweisungen stehen auf der Puppy-Linux-Webseite.

Das einfache Installations-Prinzip funktioniert auch mit ausgewachsenen Linux-Distributionen wie Mint-Linux. Dabei bleibt das gewohnte Windows XP installiert, an der Festplatte oder den Partitionen muss nichts verändert werden. Linux Mint wird vielmehr wie ein zusätzliches Programm aufgespielt – direkt von Windows aus – und beim nächsten Systemstart kann nun zwischen Windows und Linux gewählt werden. Sämtliche Dateien wie Dokumente, Bilder, Musik, Videos bleiben am ursprünglichen Ort, können aber auch unter Linux genutzt werden.

Zu den Besonderheiten von Linux Mint gehört, dass es den Wettbewerb mit Windows recht undogmatisch angeht. Weil für viele Wlan-Sticks keine Linux-Treiber existieren, wurde eine Schnittstelle geschaffen, um die Windows-Treiber zu nutzen. Das klappt erstaunlich gut. Selbst Dual-Band-Sticks wie der AVM Wlan Stick N werden ohne Komplikationen eingebunden.