Der Streit zwischen dem CCC und Domscheit-Berg, der ebenfalls CCC-Mitglied ist, ist bereits so weit eskaliert, dass viele Mitglieder des Clubs an der Integrität der Person Domscheit-Berg zweifeln. Von Lügen mag niemand reden, doch gibt es inzwischen mehrere, die sich offen über die Aussagen des OpenLeaks-Planers wundern.

Wikileaks - Daniel Domscheit-Berg über Wikileaks

Vor allem um eine Behauptung geht es. In seinem Aussteigerbuch hatte er geschrieben, er habe viele geheime Dokumente von Wikileaks mitgenommen, da die Server von Wikileaks zum Schluss nicht mehr sicher gewesen seien. Wikileaks hatte ihm daraufhin mit Klage gedroht .

CCC-Mitglied Felix von Leitner bloggt dazu , der Club habe eigentlich die Rückgabe der Daten an Wikileaks vermitteln wollen und Domscheit-Berg hätte zugesagt, die entsprechende Festplatte "innerhalb von zwei Wochen" an den CCC zu übergeben. Von Leitner schreibt: "Das war vor 11 Monaten. Seit dem ist nichts passiert. Daher gibt Andy Müller-Maguhn jetzt auf und stellt offiziell das Angebot ein, die Daten übergeben zu wollen."

"Seine Aussagen sind nicht unbedingt konsistent", sagt Rieger. "Das schränkt die Vertrauensbasis natürlich ein."

Was eine eher vorsichtige Formulierung ist angesichts des Misstrauens, dass Domscheit-Berg inzwischen offensichtlich entgegengebracht wird. Zu dem Hackertest ist es bislang nicht gekommen, es haben sich keine Hacker gefunden, die die Sicherheit der Plattform überprüfen wollten. "Viele sind einfach der Versprechen müde und zweifeln an der Umsetzung", sagt Kurz.

Sie bedauert, dass es mit OpenLeaks solche Probleme gibt. "Das ist schade, denn es war sehr mutig, so etwas unter deutschem Recht zu machen. Und es wäre gut und wichtig, wenn es eine sichere Whistleblowerplattform gäbe."

Update: Ergänzt um den Blogeintrag von Felix von Leitner aka fefe.