Wirbel um einen angeblichen Hackerangriff auf als geheim deklarierte Bundestagsunterlagen: Die Gruppe Anonymous ist nach eigenen Angaben in Server des Bundestages eingedrungen und hat als vertraulich eingestufte Unterlagen aus dem Kundus -Untersuchungsausschuss ins Internet gestellt. Diese sind auf Pastebin.com herunterzuladen. Die Unterlagen waren aber bereits alle öffentlich über den Abschlussbericht im Internet zugänglich, wie die Parlamentsverwaltung mitteilte.

"Die Liste der Dokumente ist im Dokumentenverzeichnis ab Seite 460 aufgeführt", hieß es. In der Tat gelangt man von dort auf angeblich gehackte Dokumente – etwa den Bericht der unabhängigen afghanischen Menschenrechtskommission Afghanistan Independent Human Rights Commission mit einer Namensliste von 102 Toten, die durch den Luftangriff starben. "Unter den Dokumenten befinden sich auch solche, die ursprünglich als 'geheim' oder 'vertraulich' eingestuft waren", erläuterte die Verwaltung.

Der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour , der Mitglied des Gremiums war, sagte: "Weil das Verteidigungsministerium Dinge, die nicht als geheim eingestuft werden müssten, reflexhaft einstuft, braucht es sich nicht um die Aufregung wundern." Unklar blieb, ob die Aktivisten tatsächlich bei einem Hacker-Angriff auf die Dokumente gestoßen sind und nicht gemerkt hatten, dass sie bereits öffentlich zugänglich waren.

Der Kundus-Ausschuss hatte einen von der Bundeswehr initiierten Luftangriff in Afghanistan untersucht.