Facebook hat in einem Rechtsstreit um den Missbrauch von Nutzerdaten für Werbezwecke einen Vergleich erzielt. Dies geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die am Dienstag in San Francisco öffentlich wurden. Die Kläger hatten dem sozialen Netzwerk vorgeworfen, ihre Daten ohne ihre Zustimmung für Werbung missbraucht zu haben. Werbung, die Facebook lieber "Nachrichten" nennt.

Bei manchen Aktionen der Facebook-Mitglieder, etwa beim Anklicken des "Gefällt-mir"-Buttons, entsteht automatisch eine Anzeige für die jeweilige Unternehmen oder Produkte, eine sogenannte "gesponserte Meldung". Diese wird dann den Facebook-Freunden des Nutzers angezeigt – samt Name und Foto des Mitglieds. Für Facebook ist das ein wichtiges Werbe-Instrument. Anzeigen, die wie persönliche Empfehlungen von Freunden wirken, seien "der heutige Gral der Werbung", soll Mark Zuckerberg gesagt haben – so steht es in den Dokumenten, wie Reuters berichtet .

Die Kläger sehen deshalb ihre Persönlichkeitsrechte verletzt, jedenfalls nach kalifornischem Recht. Ohne ihre Zustimmung und ohne Bezahlung würden ihre Daten zu Werbezwecken genutzt, für die Facebook von den Anzeigenkunden Geld erhalte. Das Unternehmen argumentierte dagegen, es handele sich nicht um Werbung, sondern um Nachrichten in einem journalistischen Sinn, für die keine Zustimmung eingeholt werden müsse.

Das Verfahren war in den USA als Sammelklage angelegt, der sich Mitglieder anschließen konnten. Laut Reuters geht aus den Gerichtsdokumenten hervor, dass sich jeder dritte Facebook-Nutzer in den USA hätte anschließen können, was im für Facebook schlimmsten Fall milliardenschwere Forderungen nach sich gezogen hätte.

Einzelheiten des Vergleichs wurden nicht bekannt. Weder Facebook noch der Anwalt der Kläger wollte sich zum Vergleich äußern. Unklar ist deshalb auch, ob Facebook nun etwas an den "gesponserten Meldungen" ändern wird.