Die offiziellen Facebook- und Twitter-Seiten von deutschen Polizei- und Feuerwehrbehörden bleiben mit ihren drei- und vierstelligen Follower-Zahlen ebenfalls bedeutungslos. Selten erreicht eine Facebook-Seite wie die der Polizei Hannover eine Fangemeinde von mehr als 100.000 Menschen. In der Regel dienen die Portale dazu, Pressemitteilungen zu veröffentlichen, Kommunikation soll nicht stattfinden. Das zeigt etwa der Twitter-Account der Polizei Köln: Ein Sprecher sagte ZEIT ONLINE, dieser Account sei nicht auf Interaktion ausgerichtet.

Ob Polizeibehörden in Deutschland soziale Netzwerke nutzen dürfen, hängt zunächst von der Zustimmung des jeweiligen Innenministeriums ab. In einem weiteren Schritt entscheidet die jeweilige Behörde, ob sie Verwendung dafür sieht und Kapazitäten hat. Bei der Polizei Dortmund findet die Nutzung schon regelmäßiger statt als in anderen Kommunen und Bundesländern: Bei Fußballspielen und am sogenannten Anti-Kriegs-Tag im September 2012 twitterten Mitarbeiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit aus der Zentrale. Ein Einsatz von Twitter im Katastrophenfall sei für die Zukunft durchaus denkbar, sagte ein Sprecher. Zunächst müsse es aber weitere Tests geben. Den nächsten am 1. Mai, wenn wieder Ausschreitungen in der Stadt erwartet werden.

Katwarn-App in 13 Landkreisen im Einsatz

Zusätzlich gibt es eine App, die das Fraunhofer Institut Fokus für den Katastrophenfall entwickelt hat. Katwarn ist ein Warnsystem, an dem sich bislang 13 Landkreise beteiligen und das bislang vor allem bei Bränden oder Unfällen genutzt wird. Die jeweilige kommunale Stelle für Bevölkerungsschutz speist die Informationen ein. Der Nutzer entscheidet, aus welchen Gebieten er Warnungen erhalten will, sagte Niklas Reinhardt vom Fraunhofer Institut ZEIT ONLINE. Auch dieses System könne im Katatastrophenfall kein Ersatz für die klassischen Warnungen über Funk und Fernsehen sein. Jedoch: Leben seien damit schon gerettet worden.