Die Vereinten Nationen verlangen von der US-Regierung eine Erklärung für die Bespitzelung durch den Geheimdienst NSA. Der Schutz der diplomatischen Missionen, darunter auch der UN und anderer internationaler Organisationen, sei "im Völkerrecht wohl etabliert", sagte UN-Sprecher Farhan Haq. "Wir erwarten daher von den Mitgliedsstaaten, dass sie entsprechend handeln, um die Unverletzlichkeit der diplomatischen Missionen zu schützen", sagte Haq. Die Arbeit diplomatischer Vertretungen sei unter anderem durch die Wiener Konvention für unantastbar erklärt worden.

Eine Sprecherin des US-Außenministeriums sagte, die Regierung in Washington werde ihren "Partnern und Verbündeten in der Welt über diplomatische Kanäle antworten, wenn sie Sorgen ausdrücken". Zugleich betonte sie, die USA schätzten die UN und arbeiteten mit ihnen zusammen.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel war die NSA (National Security Agency) im Sommer 2012 in die interne Videokonferenzanlage der UN-Zentrale in New York eingedrungen und hatte deren Verschlüsselung geknackt. 

In dem Bericht hieß es unter Berufung auf Unterlagen des US-Geheimdienstenthüllers Edward Snowden, dass die NSA ihren illegalen Zugang zum UN-Netz in einem geheimen Dokument begrüßt habe. Binnen knapp drei Wochen sei die Zahl der vom amerikanischen Geheimdienst entschlüsselten Kommunikationen von 12 auf 458 gestiegen.