Handy verlegt, Hund weggelaufen? Knopfgroße Bluetooth-Geräte sollen in solchen Fällen künftig helfen. An die eigenen Schätze geklebt, verraten sie deren Standort und manchmal sogar, mit welcher Geschwindigkeit sie sich bewegen. Gleich mehrere kleine Ortungsgeräte werden derzeit entwickelt und wollen Vergesslichen das Leben einfacher und Dieben das Stehlen schwerer machen.

Das Prinzip, nach dem das System namens Lapa funktioniert, ist vergleichsweise simpel. Der kleine Plastikchip baut eine Bluetooth-Verbindung zum Handy des Besitzers auf, das Handy misst darüber dann die Entfernung zum Chip. So lässt sich mithilfe des Handys jeder Gegenstand, der mit dem Chip versehen ist, innerhalb eines 50-Meter-Radius wiederfinden. 

Das Konkurrenzprodukt Gecko kann noch mehr. In ihm ist ein Chip enthalten, der auch Beschleunigungen misst. Das ermöglicht es beispielsweise, Türen mit dem Gerät zu versehen. Sie senden dann eine Nachricht, sobald die Tür aufgeht, weil das eigene Kind aus dem Zimmer ausbricht oder ein Unbefugter in das Zimmer ein.

Der Gecko-Knopf selbst kann auch genutzt werden, um das Handy zu steuern. Ein kurzes Schütteln des Chips lässt dann wahlweise das Handy aufpiepen, um es zu finden, oder auch eine ans iPhone angeschlossene Audioanlage losscheppern, um der Musik zu lauschen.

Projekte auf Indiegogo

Noch sind beide Geräte bessere Bastlerprojekte, die auf der Risikokapitalplattform Indiegogo für Geld werben, um vom Prototyp in die Serienproduktion zu kommen. Ausgeliefert werden sollen sie ab Anfang 2014. Der einzelne Lapa-Chip soll später 22 Dollar kosten, bei Gecko sind es 20 Dollar pro Einzelteil. 

Doch die Tracking-Knöpfe sorgen neben Begeisterung auch für moralisches Magengrummeln. Bis aus dem Traum für Turnbeutelvergesser eine böse Ahnung von eigenmächtiger Überwachung wird, braucht es im Werbevideo von Gecko gerade einmal 36 Sekunden.

Dort ruft ein Mann mit dem Rücken zur Kamera aus halbdunkler Szenerie eine junge Frau an und mahnt sie, ihre Medikamente zu nehmen. Schließlich hat er durch den an der Pillendose befestigten Chip gesehen, dass die Dose nicht bewegt wurde – von der anderen Seite des Erdballs wohlgemerkt, wie wir aus dem Text des Videos erfahren. Der Werbefilm zeigt, dass aus dem nützlichen Gadget eine ausgedehnte Privatüberwachung werden kann.