Der US-Kurznachrichtendienst Twitter hat den Preis für seine Aktie auf 26 US-Dollar pro Stück festgelegt. Der mit Spannung erwartete größte Börsengang eines Internetunternehmens seit Facebook im Jahr 2012 startet am heutigen Donnerstag an der New Yorker Börse. Mit dem Aktienpreis erreicht das Unternehmen einen Wert von mehr als 18 Milliarden Dollar.

Der Einstiegspreis liegt deutlich über der zuvor angegebenen Spanne. Diese hatte zunächst bei 17 bis 20 Dollar gelegen und wurde am Montag auf 23 bis 25 Dollar erhöht. Twitter bietet zunächst 70 Millionen Aktien an. Damit erlöst der Börsengang 1,8 Milliarden Dollar. Hinzu kommt eine Option für weitere 10,5 Millionen Anteile.

Zusammen mit den Anteilsscheinen, die bei den Alteigentümern verbleiben, liegt die Bewertung von Twitter zum Ausgabepreis bei 14,2 Milliarden Dollar - viel für ein sieben Jahre junges Unternehmen, das Verluste schreibt. Denn in den sieben Jahren seit seiner Gründung hat das Unternehmen mit Sitz in San Francisco noch nie Gewinn gemacht. Doch der Dienst gilt als vielleicht wichtigstes Medium für schnelle Nachrichten . Zwischenzeitlich schien sogar eine noch höhere Bewertung denkbar, als US-Medien über einen möglichen Aktienpreis von 27 Dollar berichteten.

Schicksal von Facebook

Zum Vergleich: Facebook ist rund 120 Milliarden Dollar schwer. Kurz nach dem Börsengang im Mai vergangenen Jahres sah das aber noch ganz anders aus: Technische Pannen zum Handelsstart und die Sorge vor schwachen Werbeeinnahmen auf Smartphones hatten den Kurs zwischenzeitlich um die Hälfte fallen lassen. Mittlerweile liegt er 29 Prozent im Plus.

Twitter hatte aus dem verpatzten Börsenstart von Facebook seine Konsequenzen gezogen: Das Unternehmen wählte die traditionsreiche New York Stock Exchange statt der rein elektronischen Technologiebörse Nasdaq als Handelsplatz. Zudem wies Twitter ausdrücklich darauf hin, dass zuletzt bereits 70 Prozent der Werbeeinnahmen von mobilen Geräten stammten.

Twitter hat gut 230 Millionen aktive Nutzer, die täglich etwa 500 Millionen Tweets absetzen. Das Unternehmen macht sein Geld vor allem mit Werbebotschaften im Nachrichtenstrom dieser Nutzer. In den ersten neun Monaten des Jahres hatte sich der Umsatz auf 422 Millionen Dollar verdoppelt.

Gleichzeitig lief aber ein Verlust von 134 Millionen Dollar auf, ebenfalls doppelt so viel wie vor einem Jahr. Grund waren hohe Investitionen etwa in die Technik. Die Hoffnung ist, dass die Werbeanzeigen in der Zukunft deutlich mehr einbringen und damit die Kosten decken und einen Gewinn abwerfen. Facebook ist längst profitabel.