Das US-Zentralkommando ist Ziel eines proislamistischen Hackerangriffs geworden. Hinter der Attacke steckt möglicherweise die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) oder eine Gruppe, die den Extremisten nahesteht. Die Hacker hatten sich am Montag Zugang zum Twitter- sowie zum YouTube-Konto des US-Militärkommandos Centcom, das den Einsatz gegen den IS im Irak und in Syrien steuert, verschafft und interne Dokumente veröffentlicht. Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums bestätigte, dass die Auftritte bei Twitter und YouTube gehackt worden seien. Entsprechende Maßnahmen würden getroffen, um auf den Angriff zu reagieren. Das Central Command ist unter anderem für den Nahen Osten zuständig.

Der Twitter-Account des Central Command zeigte das Bild eines vermummten Dschihadisten und den Schriftzug "i love you isis". Auf dem schwarzen Hintergrund waren die Worte "Cyber Kalifat" zu lesen. Auch eine Namensliste von Generälen mit ihren Privatanschriften soll veröffentlicht worden sein. "Der IS ist schon hier, wir sind in euren Computern, in jedem Militärstützpunkt", stand zwischenzeitlich auf dem Twitter-Konto des Centcom. Inzwischen wurde der Account gesperrt.

Auf dem Konto von Centcom bei YouTube wurden außerdem zwei Propaganda-Videos des IS hochgeladen. Laut US-Medienberichten wurden über das Twitter-Konto auch mehrere Nachrichten abgesetzt. "Amerikanische Soldaten, wir kommen, seht euch vor", soll demnach der erste Tweet gelautet haben. Auch Präsentationssoftware mit Bezug auf Nordkorea und China soll veröffentlicht worden sein.

Das Ausmaß der Cyberattacke war zunächst unklar. Geheimdokumente des US-Militärs seien wohl nicht an die Öffentlichkeit gelangt, hieß es im Pentagon.