Google geht als Sieger aus dem jahrelangen und milliardenschweren Urheberrechtsstreit mit dem Softwarekonzern Oracle über sein Handy-Betriebssystem Android hervor. Die Geschworenen des Bundesbezirksgerichts in San Francisco sahen es als erwiesen an, dass der Suchmaschinenbetreiber nicht Oracles Rechte an der Programmiersprache Java verletzte, indem er sie für Android benutzte.

Oracle hatte neun Milliarden Dollar Entschädigung gefordert. Der Ausgang der Klage war in der Branche mit Spannung erwartet worden. Einige Software-Entwickler hatten befürchtet, dass es bei einem Sieg Oracles zu einem sprunghaften Anstieg von Urheberrechtsklagen kommen könnte. 

Oracle hatte die Rechte an Java 2010 im Zuge der Übernahme von Sun Microsystems erworben. Noch im selben Jahr verklagte der SAP-Konkurrent Google. Er machte dabei unter anderem geltend, dass die Verwendung gewisser Programmierschnittstellen von Java – von Fachleuten APIs genannt – eine Verletzung seiner Rechte darstelle.

Google erklärte dagegen, die Verwendung falle unter die Klausel für faire Nutzung (fair use) im amerikanischen US-Urheberrecht, weil Android als Ganzes auf umfangreichen eigenen Innovationen beruhe. Um diesen Punkt ging es in dem jetzigen Verfahren. Oracle kündigte Berufung an. Eine Stellungnahme von Google lag zunächst nicht vor.  

Während des Prozesses war im Januar auch bekannt geworden, dass Google im Jahr 2014 eine Milliarde US-Dollar an Apple gezahlt hatte, um die Standardsuchmaschine in iPhones und iPads stellen zu dürfen. Verraten hatte das eine Anwältin von Oracle, offenbar um dem Gericht zu demonstrieren, wie wichtig und einträglich der Smartphonemarkt insgesamt und Android im Besonderen für Google sind.