Die designierte Staatsministerin für Digitales im Kanzleramt, Dorothee Bär (CSU), mahnt bei der Digitalisierung Deutschlands mehr Tempo an. Insbesondere den Unternehmen wolle sie helfen, "Champions League zu spielen, Weltmeister zu sein", und dabei wolle sie "ein Taktgeber" sein, sagte die CSU-Politikerin in den ARD-Tagesthemen. Ihr gehe das "viel, viel zu langsam".

Bär sieht auch in einzelnen Fachministerien Defizite bei der digitalen Entwicklung. Sie habe in den vergangenen Jahren festgestellt, dass auch in den Ministerien unterschiedliche Geschwindigkeiten herrschten. "Da gibt es welche, die viel viel weiter sind; andere leider noch nicht." Jedes Ministerium in Deutschland müsse "ein Digitalministerium sein", forderte die künftige Staatsministerin.

Der Staat müsse Vorreiter sein, Behörden müssten endlich so vernetzt werden, dass Bürger nicht Stunden auf Ämtern vergeudeten, nur um sich zum Beispiel umzumelden, sagte Bär der Bild. Start-up-Unternehmen dürften nicht an bürokratischen Hürden verzweifeln. Nötig sei ein Regelsystem, das den Unternehmen Chancen biete und sie nicht zerstöre. Allerdings sei der Datenschutz in Deutschland "wie im 18. Jahrhundert".

Auch an Schulen fordert Bär eine stärkere Digitalisierung. "Es ist ein Irrglaube, dass alle Kinder, die sich für Computer interessieren, dick und faul werden. Quatsch! Man kann auf Bäume klettern und trotzdem eine Programmiersprache können!" Deshalb gehöre Programmieren in die Lehrpläne der Grundschule. Es sei "so wichtig wie Lesen und Schreiben". Genauso müsse es Digitalgymnasien geben, "so wie es Sport- und Musikgymnasien gibt". Auch Tablets dürften kein Privileg nur von Kindern in Privatschulen sein, sondern müssten zur Norm werden. "Mich schmerzt, wenn meine Tochter einen kiloschweren Ranzen voller Bücher in die Schule schleppt."