Auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist persönlich von dem aktuellen Datenskandal bei dem sozialen Netzwerk betroffen. In einer Anhörung im US-Kongress sagte Zuckerberg auf eine entsprechende Frage, auch seine Informationen seien an das umstrittene Datenanalyseunternehmen Cambridge Analytica gegangen. Weitere Details dazu gab es zunächst nicht.

Der Facebook-Chef steht nur wenige Stunden nach seiner Anhörung im US-Senat schon wieder Rede und Antwort zum Datenskandal, diesmal wird Zuckerberg vor dem Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses befragt. Auch diese zweite Anhörung Zuckerbergs vor Parlamentarierinnen und Parlamentariern wird öffentlich übertragen und dürfte einige Stunden dauern. Zu Beginn der Anhörung um 16 Uhr deutscher Zeit wiederholte der 33-Jährige wortgleich seine Stellungnahme vom Vortag, in der er Fehler einräumte und besseren Datenschutz versprach.

Der Kongress erhofft sich durch die Befragung Zuckerbergs Antworten auf einen der größten Facebook-Datenskandale überhaupt. Die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzerinnen und Nutzern des sozialen Netzwerks sollen von einem externen Entwickler an die britische Firma Cambridge Analytica weiterverkauft worden sein. Ohne das Wissen Facebooks.

Zuckerberg sagte vor dem Repräsentantenhaus, er rechne mit einer Regulierung seiner Branche. Es sei "unvermeidbar, dass es irgendeine Art von Regulierung geben wird", sagte der Facebook-Chef. Die Abgeordneten sollten aber bei Vorschlägen vorsichtig sein. Größere Unternehmen wie Facebook hätten mehr Ressourcen, um sich an Vorschriften zu halten als kleine Start-ups, sagte Zuckerberg. Zuvor hatten Abgeordnete der Republikanischen und der Demokratischen Partei eine mögliche Regulierung von Facebook und ähnlichen Unternehmen ins Spiel gebracht.

Zuckerberg bekundete wiederholt seine Kooperationsbereitschaft bei Regulierungsmaßnahmen. Allerdings müsse es "die richtige Regulierung" sein. Ausdrücklich begrüßte er die neuen europäischen Datenschutzregeln: "Ich denke, es ist die richtige Regulierung." Die Europäer hätten "die Dinge richtig gemacht". Facebook wolle die in diesem Regelwerk vorgesehen Kontrollen weltweit anwenden, kündigte er an.

Zentrales Thema der Kongressanhörungen waren auch die mutmaßlich aus Russland betriebenen Desinformationskampagnen im US-Wahlkampf, die auch über Facebook liefen. Zuckerberg bedauerte, diesen Kampagnen nicht rechtzeitig auf die Spur gekommen zu sein. Seither sei es die "Top-Priorität" seines Konzerns, "die Unversehrtheit" von Wahlen zu schützen, sagte er. Doch befinde sich Facebook dabei im "Rüstungswettlauf" mit Russland, das seine Instrumente ständig zu verfeinern suche.

Zuckerberg vertröstet Senatoren mehrfach

Bei der fünfstündigen Befragung am Dienstag wich Zuckerberg zahlreichen Fragen der Senatoren aus: Mehrfach versprach er, Antworten nachzureichen. "Mein Team wird sich bei Ihnen melden" war ein Satz, den Zuckerberg häufig sagte.

Zuckerberg sagte vor den Senatorinnen und Senatoren, der Schutz privater Nutzerdaten habe für ihn höchste Priorität. Er entschuldigte sich für den Datenmissbrauch und bekannte sich zu seiner persönlichen Verantwortung. "Ich habe Facebook gestartet, ich leite es und ich bin verantwortlich für das, was hier passiert", sagte er. "Es war mein Fehler, und es tut mir Leid."