Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat in seiner Aussage vor dem US-Kongress den Schutz von privaten Nutzerdaten vor Missbrauch zu seiner Priorität erklärt. Jeder Nutzer der Onlinenetzwerke seines Konzerns "sollte Kontrolle darüber haben, wie seine Informationen verwendet werden", sagte Zuckerberg während einer Anhörung im Senat in Washington.

Zuckerberg wurde stundenlang von den Senatoren zum Skandal um Datenmissbrauch befragt, der den Konzern in die schwerste Krise seiner 14-jährigen Geschichte gestürzt hat. Ein externer App-Entwickler hatte die Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Usern gespeichert und an die britische Firma Cambridge Analytica verkauft. Die Daten sollen dann für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump benutzt worden sein. Auf die Nachfrage des Vorsitzenden des Justizausschusses, Chuck Grassley, welche Daten genau und in welcher Menge von Cambridge Analytica abgegriffen wurden, wich Zuckerberg aus. Er versprach, Antworten nachzureichen.

Zuckerberg bemühte sich um Schadensbegrenzung, indem er sich in der live von mehreren US-Sendern übertragenen Anhörung für den Datenmissbrauch entschuldigte und zu seiner persönlichen Verantwortung bekannte. "Ich habe Facebook gestartet, ich leite es, und ich bin verantwortlich für das, was hier passiert", sagte er vor den Ausschüssen für Handel und Justiz. "Es war mein Fehler, und es tut mir Leid." Er gelobte Besserung und sprach von einem tiefgreifenden Kurswechsel bei Facebook: "Wir vollziehen eine breitere Wende in unserer Philosophie."

Facebook müsse eine "proaktivere Rolle" einnehmen und dafür sorgen, dass die vom Unternehmen bereitgestellten Vernetzungsinstrumente nicht missbraucht würden. "Ich bin dem Ziel verpflichtet, es hinzubekommen", sagte der Facebook-Chef. Als konkrete Maßnahmen nannte er unter anderem, dass zehntausende Apps auf mögliche Missbräuche untersucht werden sollten. Mittels eines solchen Miniprogramms waren die von Cambridge Analytica verwendeten Daten ausgelesen worden.

Weiteres zentrales Thema von Zuckerbergs Befragung, die am Mittwoch im Repräsentantenhaus weitergehen soll, waren die mutmaßlich aus Russland betriebenen Desinformationskampagnen im US-Wahlkampf. Zuckerberg nannte es "eines seiner größten Leidwesen", diesen über Seiten seines Unternehmens betriebenen Kampagnen nicht rechtzeitig auf die Spur gekommen zu sein. Seither sei es die Top-Priorität seines Konzerns, "die Unversehrtheit" von Wahlen zu schützen. Doch befinde sich Facebook dabei im Rüstungswettlauf mit Russland, das seine Instrumente ständig zu verfeinern suche.

Zuckerberg verriet bei der Anhörung, dass Facebook-Mitarbeiter von Sonderermittler Robert Mueller befragt wurden, der eine mögliche russische Einmischung in den US-Wahlkampf untersucht. Er selbst sei nicht darunter gewesen. 

Der Chef des Handelsausschusses im US-Senat, John Thune, sagte zu Beginn der Anhörung, dass die Zeit für mehr Regulierung statt einseitiger Zusagen der Unternehmen gekommen sei. Thune sei sich nicht sicher, dass Nutzer mit einem vollen Verständnis der Konsequenzen ihre Daten an die Online-Firmen gäben.  Am Mittwoch soll Zuckerberg vor dem Energie- und dem Handelsausschuss des US-Repräsentantenhauses Fragen beantworten.