Großbritannien will Facebook wegen des Skandals um die Weitergabe von Nutzerinformationen mit einer Strafe von 500.000 Pfund (565.000 Euro) belegen. Das Unternehmen habe Nutzerdaten nicht geschützt und damit gegen das Gesetz verstoßen, teilte die britische Datenschutzbehörde ICO mit. Nutzerdaten waren an die Datenanalysefirma Cambridge Analytica gelangt. Es besteht der Verdacht, dass mittels dieser Daten der US-Präsidentschaftswahlkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump beeinflusst wurde.     

Überdies habe es keine Transparenz gegeben, wie die Daten an Dritte gelangt seien, teilte die Behörde weiter mit. Facebook habe noch die Möglichkeit, auf die Strafankündigung zu reagieren, hieß es. Ihr eigentliches Ziel sei es, "Veränderungen zu erzielen und Vertrauen in unser demokratisches System wiederherzustellen", sagte ICO-Chefin Elizabeth Denham. Der Vorsitzende des Medienausschusses im Londoner Parlament, Damian Collins, forderte Facebook auf, Erkenntnisse aus seinen internen Untersuchungen nach dem Datenskandal an die britischen Aufsichtsbehörden sowie die Parlamentarier weiterzugeben.

Facebook befindet sich wegen des Datenskandals in einer Krise. Die Daten von 87 Millionen Nutzern des Onlinenetzwerks waren bei Cambridge Analytica gelandet. Facebook ist wegen des Vorwurfs der Wahlbeeinflussung mit einer Vielzahl von Untersuchungen durch Aufsichts- und Ermittlungsbehörden konfrontiert.