Facebook hat im zweiten Quartal schwächere Zahlen als erwartet vorgelegt: Der Umsatz stieg zwar um 42 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar (11,3 Milliarden Euro) und der Gewinn wuchs um 31 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Damit blieb das Onlinenetzwerk aber hinter den Erwartungen zurück. Es war das erste volle Quartal seit dem Datenskandal um Cambridge Analytica.

Auch der Anstieg der Nutzerzahlen fiel geringer aus als erwartet: Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg um elf Prozent auf 2,23 Milliarden – die meisten Schätzungen waren von 2,25 Milliarden ausgegangen. Auch der Anstieg der täglich aktiven Nutzer fiel mit einem Anstieg um elf Prozent auf 1,47 Milliarden schwächer aus als erwartet.

Nach Bekanntgabe der Zahlen reagierte die Aktie nachbörslich mit einem Sturz von zeitweise rund 23 Prozent. Der Börsenwert sank dadurch um umgerechnet etwa 128 Milliarden Euro.

Facebook hatte zuvor selbst prognostiziert, dass die Zahl der aktiven Nutzer stagnieren oder leicht zurückgehen werde. Auslöser sei die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die seit dem 25. Mai gilt und die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Unternehmen, Vereine oder Behörden deutlich strenger regelt als zuvor.

In Europa zählte das Netzwerk sogar erstmals weniger Nutzer. Die Zahl der Europäer, die mindestens einmal im Monat aktiv sind, fiel von 377 auf 376 Millionen. Die Zahl täglich zurückkehrender Nutzer sank in Europa von 282 auf 279 Millionen.

Wegen des Skandals um den massiven Missbrauch von Nutzerinformationen durch die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica befindet sich Facebook seit Monaten in einer Krise. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte gesagt, er rechne nicht mit schwerwiegenden Folgen durch den Datenskandal – die jüngsten Quartalszahlen könnten aber auf eine Abkühlung hindeuten.