Die Bundesregierung will die geplante Agentur für Cybersicherheit in der Region Leipzig-Halle ansiedeln. Das gaben Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bekannt. Die Agentur solle helfen, neue Technologien zu entwickeln und werde die Wirtschaftsstandorte Sachsen und Sachsen-Anhalt stärken, hieß es in der Mitteilung.

Die Einrichtung erhält demnach bis 2023 etwa 200 Millionen Euro Startkapital und wird 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Sie soll Forschungs- und Innovationsvorhaben im Bereich der Cybersicherheit anstoßen, fördern und finanzieren.

Das Innen- und das Verteidigungsministerium sind gemeinsame Träger der Agentur, während es in anderen Sicherheitsbereichen eine Trennung gibt. "Wir haben beim Cybersicherheitsthema die Erfahrung längst gemacht, dass es keine Innen- oder Außenpolitik mehr gibt, sondern die Grenzen fließend sind", sagte von der Leyen. Die Digitalisierung biete gewaltige Chancen, aber es gebe Risiken wie Cyberkriminalität und Propaganda. Sie nannte für die Agentur Vorbilder beim US-Militär und aus Israel.

Seehofer machte deutlich, dass der Standort bewusst gewählt wurde. Es gebe noch viele strukturschwache Regionen in Deutschland und es sei richtig, hochwertige Arbeitsplätze in diese Regionen zu bringen. Ziel sei die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutschland. "Solche Dinge haben eine Magnetwirkung für den Mittelstand, für das Handwerk, für andere wissenschaftlich tätige Institute", sagte er.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nannte die Ansiedlung einen "großen Erfolg". Leipzig biete mit seinen Hochschulen beste Voraussetzungen und hervorragende Kooperationspartner für die Forschung. Die fachlichen Voraussetzungen seien da, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. Die Doppelstadtregion Leipzig-Halle sei ein Wirtschafts- und Wissenschaftsraum.

Die Pläne für eine weitere Behörde für Cybersicherheit bestehen bereits seit dem vergangenen Jahr. Neben der neuen Agentur gibt es zum Beispiel schon die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (Zitis), die das Bundesinnenministerium gegründet hat und die neue Werkzeuge für Bundeskriminalamt, Bundespolizei und Verfassungsschutz entwickeln soll. Ebenfalls seit 2017 arbeitet der vom Verteidigungsministerium ins Leben gerufene Cyber Innovation Hub daran, die Bundeswehr auf den technologischen Stand der Dinge zu bringen und Start-ups aus der IT-Sicherheit zu fördern.