Die Bundesregierung will die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreiben. Das Kabinett hat einen Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beschlossen, wonach Patientinnen und Patienten bestimmte Gesundheitsapps künftig von der Krankenkasse bezahlt bekommen. Dabei geht es um Anwendungen wie Tagebücher für Diabetiker oder Apps für Menschen mit Bluthochdruck.

Damit Patientinnen die Apps schnell nutzen können, soll für die Hersteller ein zügiger Zulassungsweg geschaffen werden können. "Wir nutzen digitale Angebote, um die Versorgung der Patienten besser zu machen", sagte Jens Spahn. "Patienten sollen sich darauf verlassen können, dass digitale Anwendungen und sinnvolle Apps schnell und sicher in die Versorgung kommen."

Wer nicht mitmacht, dem wird das Honorar gekürzt

Die Gesetzespläne zielen außerdem darauf, dass Patienten leichter Arztpraxen finden können, die Videosprechstunden anbieten. Zudem sollen Impfausweise oder Mutterpässe künftig digital abrufbar sein. Wer einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig beitreten möchte, soll das auch auf elektronischem Weg tun können. Heil- und Hilfsmittel sollen den Plänen zufolge ebenfalls auf elektronischem Weg verordnet werden können.

Für Ärztinnen und Mediziner, die sich nicht an der digitalen Versorgung beteiligen wollen, sieht Spahns Gesetzesentwurf Honorarkürzungen vor: Wer sich der digitalen Infrastruktur zur Gesundheitsversorgung nicht anschließe, soll ab dem 1. März 2020 ein um 2,5 Prozent geringeres Honorar erhalten. Apotheken müssen sich bis Ende September 2020 und Krankenhäuser bis Januar 2021 mit der sogenannten Telematikinfrastruktur verbinden lassen. Hebammen und Physiotherapeuten sowie Pflegeeinrichtungen können sich freiwillig anschließen.