Facebook will vor der US-Präsidentschaftswahl 2020 die Transparenz von Wahlwerbung verstärken. "Die Menschen sollten wissen, wer versucht, ihre Wahl zu beeinflussen, und Werbekunden sollten nicht in der Lage sein zu verschleiern, wer für die Anzeigen zahlt", teilte das Unternehmen mit.

Ab Mitte September sollen Facebook zufolge strengere Regeln für den Autorisierungsprozess für US-Werbekunden gelten. Diese müssten dann mehr Informationen über ihre Organisation preisgeben, um zugelassen zu werden. Sollten sie den neuen Regeln bis Mitte Oktober nicht Folge leisten, würden ihre Werbeanzeigen gestoppt, teilte Facebook mit.

Das Unternehmen ist seit dem Skandal um mutmaßliche russische Einmischung in die US-Präsidentenwahl 2016 unter Druck, seine Transparenz bei Werbekunden zu verbessern. Im März 2018 war bekannt geworden, dass die Analysefirma Cambridge Analytica 87 Millionen Facebook-Profile illegal erworben hatte. Mit diesen Daten soll das Unternehmen Persönlichkeitsprofile erstellt und während des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2016 zugunsten von Donald Trump Stimmung gemacht haben.

Regeln gelten auch für Deutschland

Grund für die Verschärfung der Regeln sei unter anderem, dass Werbekunden in einigen Fällen versucht hätten, irreführende Disclaimer mit dem Hinweis "Bezahlt von" auf ihren Anzeigen zu führen. Mit dem Schritt wolle man es Anzeigenkunden schwerer machen zu verstecken, wer sich hinter der Werbung verberge, teilte Facebook mit.

Auch in Deutschland müssen Personen oder Organisationen, die Wahlwerbung schalten, einen Disclaimer erstellen, der auf der jeweiligen Anzeige zu sehen ist. Dieser darf laut dem Unternehmen nicht die Formulierung "Bezahlt von" enthalten, da dieser Hinweis bereits von Facebook selbst verwendet werde.

Facebook hatte zuletzt Nutzerinnen und Nutzern mehr Kontrolle über Daten gegeben, die das Netzwerk von anderen Websites und Apps bekommt. Demnach sollen Nutzer künftig nachsehen können, wer Informationen über ihre Aktivitäten außerhalb von Facebook geteilt hat. Sie können diese Daten von ihrem Facebook-Konto entfernen oder verhindern, dass derartige Daten künftig mit ihrem Konto verknüpft werden.