Ironische Verschwörungstheorien sind so eine Sache. Die Bielefeld-Verschwörung etwa – also die Behauptung, diese ostwestfälische Stadt gebe es überhaupt nicht, vielmehr gaukelten uns geheime Mächte mit großem Aufwand ihre Existenz vor – entwickelte sich von einem Ulk-Posting im Usenet des Jahres 1994 (das Usenet war eine Art Diskussionsforum der Pre-Web-Ära) zunächst zum vielleicht ersten viralen Meme des deutschsprachigen Internets – um nun, mehr als drei Jahrzehnte später, auf grausame Art und vermutlich für ewig als untoter Dad-Joke weiterzuexistieren. In ICE-Abteilen etwa, wo männliche Endfünfziger ihre Mitreisenden bei jedem Durchsagehinweis auf die Puddingmetropole an der Lutter mit einem "Nächster Halt Bielefeld? Das gibt's doch gar nicht! Haha!" bewerfen. Was für ein schreckliches Los für eine einstmals tatsächlich lustige Erzählung.
© [M] Alexander Hoepfner/DIE ZEIT; verw. Bild: Jordan Lye/Getty Images
"Dead Internet Theory": Da ist aber was los im Zombie-Internet
Das grelle, langweilige, faszinierende Internet ist irgendwie tot. Denn offenbar gibt es dort kaum noch Homo sapiens. Und das ist der wirklich beste Dad-Joke seit Langem.