Die von Facebook-Chef Mark Zuckerberg angekündigten neuen Privatsphäre-Einstellungen sind online. Mit ihnen sollen Nutzer schnell festlegen können, mit wem sie was teilen. Vor allem können sie leichter verhindern, dass ihre Daten und Aktivitäten auf anderen Webseiten angezeigt werden. Zuckerberg selbst berichtet im Firmenblog darüber, was sich wo ändert.

Mit den neuen Einstellungen reagiert Facebook auf die Kritik und den Vertrauensverlust durch verschiedene Fehler, komplexe Nutzungsbestimmungen und Datenschutzeinstellungen, die unerlaubte Weitergabe persönlicher Daten und den freizügigen Umgang mit den Daten seiner Nutzer. Zuckerberg hatte sich erst spät dazu zu Wort gemeldet, sich nur auf die Kritik an den Privatsphäre-Einstellungen bezogen und lediglich zugegeben, man sei vielleicht etwas voreilig gewesen.

Dabei hatte Zuckerbergs Team seit mehreren Monaten Berater verschiedener Bürgerrechts-, Verbraucherschutz- und Datenschutzorganisationen zur Verfügung gestanden. Doch Zuckerberg hat spät verstanden, dass der Ruf von Facebook ernsthaft in Gefahr ist, und dass Nutzer nach Alternativen wie Diaspora suchen.

Mehr Privatsphäre

Nun gibt es neue Privatsphäre-Einstellungen, die ab dem 26. Mai schrittweise in Kraft treten und in den kommenden Wochen allen Facebook-Nutzern zur Verfügung stehen sollen. Mit nur einem Klick soll es nun möglich sein, Dinge entweder mit Freunden, mit Freunden von Freunden oder mit allen zu teilen. Werden die restriktiveren Einstellungen "Nur Freunde" oder "Freunde von Freunden" in der einfachen Kontrollmöglichkeit gewählt, gelten sie dann nicht nur für künftige, sondern auch für alle bereits veröffentlichten Inhalte.

Die bisherigen feineren Einstellungsmöglichkeiten für individuelle Anpassung des Grads der Offenheit wird es weiterhin geben, nun jedoch vereint auf einer Webseite – statt verteilt über mehrere Seiten.

Facebook verpflichtet sich zudem, bestehende Privatsphäre-Einstellungen der Nutzer auch auf "neue Produkte" zu übertragen, die die Weitergabe von Daten vereinfachen. In der Vergangenheit hatte Facebook schon einmal die Einstellungen zurückgesetzt, was viele Nutzer nicht merkten und auch Zuckerberg selbst zu spüren bekam; bei ihm wie auch bei vielen anderen Nutzern waren eigentlich private Fotos plötzlich öffentlich.