Mulliner und Golde waren geradezu begeistert von den Möglichkeiten. In das SMS-Protokoll seien viele Dinge implementiert, die nicht ausreichend auf Sicherheit geprüft seien und sich hacken ließen: "Darin steckt tonnenweise ungetesteter Code."

Ebenso praktisch fanden sie, dass sich jeder technisch Begabte mittlerweile ein eigenes GSM-Netz aufbauen kann. Die Technik dazu gibt es frei zu kaufen, auch wenn sie mehrere Tausend Euro kostet. Dann aber lässt sich zu Hause ein eigenes Handynetz bauen, wie es der CCC auch bei seinem Kongress tat . Der Vorteil aus Hackersicht: "Testen für umsonst, und ohne dass ein Provider es mitbekommt", wie Mulliner formulierte.

Der wichtigste Punkt dabei ist, dass es nicht einmal der Hilfe des Besitzers bedarf, um ein Gerät zu knacken. In dem Moment, in dem das Netzwerk des Providers eine SMS an ein Handy sendet, wird sie von diesem ausgeführt, ob der Nutzer will oder nicht. Das sei eine direkte Übernahme, sagte van Sprundel: "Ich sende Dir von meinem Phone Daten, und Dein Phone gehört mir."

Die drei Hacker sind nicht die ersten, die Lücken im System SMS entdeckt und vorgeführt haben, seit Jahren sind welche bekannt . Umso erschreckender ist, dass es immer noch so große Einfallstore in den Systemen gibt.