Die Behörde hat klein beigegeben und das Ausmaß des Datenlecks gestanden: 214.000 Datensätze, davon 96.000 mit Kontonummern, hat Anonymous Österreich im Zuge eines Einbruchs in die zentrale Datenbank erbeutet. Zunächst hatte die Gebühreneinzugszentrale die Schwere des Einbruchs dementiert.

Anonymous hatte die ORF Gebühren Info Service GmbH (GIS) daher aufgefordert, bis heute 18 Uhr öffentlich zuzugeben, wie viele Daten sie bei ihrem Hackerangriff tatsächlich erbeutet hatten.

Ansonsten drohte Anonymous, eine Kopie der Datenbank im Netz zu veröffentlicht. Auf der Anonymous-Website zählte ein sogenannter GIS-Countdown die Stunden bis zum Ende des Ultimatums.

"Somit kann sich jeder Bürger selbst davon überzeugen, wie die GIS der Bevölkerung offen ins Gesicht lügt", hieß es dort. "Es geht uns dabei nicht darum, den Zwangskunden zu schaden. Vielmehr wollen wir die eklatanten Verstöße der GIS gegen das Datenschutzgesetz aufzeigen."

"Keinesfalls dürfen solch sensible Daten über Jahre hinweg gespeichert werden und schon gar nicht für praktisch jedermann so leicht zugänglich gemacht werden. Diese Arbeitsweise der GIS ist auf das Schärfste zu verurteilen und sollte von Seiten der Justiz verfolgt werden", schreiben österreichische Anonymous-Mitglieder in einem offenen Brief.

Die Daten sollen aus Online-Änderungsanträgen aus den Jahren 2007 bis 2011 stammen. Angeblich war die GIS schon vor Monaten über die Lücke informiert worden, hatte aber lange nicht darauf reagiert.