Am 22. März erklärte die Polizei des australischen Bundesstaates Queensland , sie werde künftig durch die Straßen der Bundesstaats-Hauptstadt Brisbane patrouillieren. Die Beamten sollen sich auf die Suche nach einer neuen Form des Verbrechens machen: WLAN-Einbruch. Was wie ein Scherz klingt, ist eine ernst gemeinte und durchaus sinnvolle Initiative, um die Bürger der Stadt zu sensibilisieren. Allerdings hantiert die Polizei mit fragwürdigen Argumenten und setzt vor allem auf Angst.

In vielen Haushalten stehen Router, die den Computern der Bewohner via Funkverbindung den Zugang zum Internet ermöglichen. Das Verfahren, WLAN genannt, gilt als tendenziell unsicher. Die meisten von den Herstellern der Router angebotenen Verschlüsselungsmethoden können mit eher geringem Aufwand geknackt werden. Vielen Nutzern ist außerdem nicht einmal bewusst, dass und wie ihre Geräte gegen unbefugte Nutzung durch andere gesichert werden können. Einerseits.

Andererseits gibt es eine Bewegung – nicht nur hier in Deutschland –, die es als Service betrachtet, ihr WLAN nicht abzuschließen, sodass beispielsweise auch Nachbarn es nutzen können. In Deutschland ist das seit einem Urteil des Bundesgerichtshofes nicht mehr ganz legal: Der Nutzer kann für Dinge in Haftung genommen werden, die über sein Netzwerk laufen. Deswegen werden freie WLAN hierzulande selten . Das "Schwarzsurfen" über ein offenes Netz hingegen ist laut einer Entscheidung des Landgerichts Wuppertal bislang nicht verboten. In Australien ist es das.

Aus der Sicht jener, die sich schützen wollen und nicht wissen wie, ist die Initiative der Polizei von Queensland deshalb sicher ein Gewinn. Dürfte es für viele doch recht beeindruckend sein, wenn ein Polizist an der Tür klingelt und darauf hinweist, dass das eigene WLAN schlecht oder gar nicht gesichert ist und missbraucht werden kann.

Denn die Beamten der Hi Tech Crime Investigation Unit fahren demnach tatsächlich mit Autos durch die Straßen und " sniffen " WLAN-Zugangspunkte – sie suchen also nach offenen Netzen und protokollieren diese. Das Verfahren heißt " war driving " und es gibt eine ganze Szene, die sich aus Neugier und Spaß damit beschäftigt.

Die Tipps zu Verschlüsselung, Passwortlängen, MAC-Adressfiltern, Signalstärke oder Firewall , die die Polizei gibt, sind ebenfalls sämtlich sinnvoll und sollten beachtet werden, um das eigene Netz abzusperren – wenn man das will oder wie in Deutschland soll.