Brownlee unterstellt nämlich, dass Foursquare- und Facebooknutzer ihre Daten völlig naiv veröffentlichen oder sich kein bisschen für ihre Privatsphäre-Einstellungen interessieren – was aber nur selten der Fall sein dürfte. Wer sich bei Foursquare anmeldet, will seinen Aufenthaltsort bekanntgeben. Und Brownlee unterstellt den Nutzern der Girls-Around-Me -App, dass sie keine Frauen suchen, sondern Opfer. Sie selbst wären damit Täter.

Manche Medien haben diesen Subtext in ihren Zusammenfassungen weitertransportiert und Girls Around Me so zum Stalker-Werkzeug erklärt.

Aufgeschreckt von diesen Reaktionen hat Foursquare den Machern der App, dem Unternehmen i-Free aus Moskau , nun den Zugang zur Schnittstelle gesperrt. Zur Begründung sagte eine Sprecherin, die App verletze die Richtlinien zur Nutzung der API. Es sei nicht gestattet, Informationen aus Foursquare so zu aggregieren und zu sortieren, wie es in Girls Around Me geschehe.

Mehr als 70.000 Downloads

Ohne Foursquare ist das Programm nutzlos. I-Free hat die App daraufhin aus iTunes entfernt. In einer langen Erklärung im Wall Street Journal beklagt das Unternehmen, zum Sündenbock gemacht worden zu sein.

Die App sei in den vergangenen Monaten mehr als 70.000 Mal heruntergeladen worden. Viele Nutzer hätten sich lobend über die Möglichkeit geäußert, bei Frauen oder Männern besonders beliebte Partyorte ausfindig zu machen. Die negative Berichterstattung der vergangenen Tage dagegen zeige ein ernsthaftes Missverständnis über die Ziele, den Zweck, die Fähigkeiten und die Grenzen der App.

Die App sei mehr oder weniger notgedrungen aus iTunes entfernt worden, weil Nutzer wiederholt Fehlermeldungen erhalten hätten. Das Unternehmen arbeite aber daran, alle notwendigen Daten zur Verfügung zu stellen, um seine "guten Absichten zu belegen".