Bloomberg bat Muench um eine Stellungnahme. Der schrieb in einer E-Mail, sein Unternehmen könne sich nicht zu einzelnen Kunden äußern und halte sich im Übrigen an die Exportregeln des Vereinigten Königreichs, der USA und Deutschlands. FinFisher sei ein Werkzeug zur Überwachung von Kriminellen, und um Missbrauch auszuschließen, werde es ausschließlich an Regierungen verkauft. Anders gesagt: FinFisher ist ein Staatstrojaner, so wie es auch der vom Chaos Computer Club enttarnte Trojaner der hessischen Firma DigiTask ist.

Eine Regierungssprecherin aus Bahrain sagte Bloomberg, das Land verfolge politische Aktivisten nicht mit Überwachungstechnologie.

FinFisher-Produkte wurden schon zuvor von Regierungen eingesetzt oder zumindest getestet. Das Mubarak-Regime in Ägypten hatte ein Angebot von Gamma sowie eine Testversion der Software vorliegen. Nach Angaben der Organisation Privacy International wurde FinFisher zudem in Turkmenistan eingesetzt, wo die Regierung mit Gewalt gegen Menschenrechtler vorgeht und die Presse zensiert .

Aber auch das Bundeskriminalamt kennt FinSpy gut. Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz geantwortet, das BKA habe eine Testversion der Software erworben.