Wenn irgendwo ein Trog steht, kommen irgendwann auch Schweine, die daraus fressen wollen, sagt ein Sprichwort. Battle.net ist ein riesiger Trog. Auf der Plattform laufen Onlinespiele wie World of Warcraft , Diablo und Starcraft , jedes davon mit Millionen von Spielern, es ist die größte Serveransammlung ihrer Art. Ein Wunder ist es also nicht, dass Hacker versuchen, an deren Daten zu kommen. Jetzt ist es gelungen.

Der Betreiber von Battle.net, der Spieleentwickler Blizzard, bestätigte, dass seine Server angegriffen und Daten von Spielern gestohlen wurden. Es habe einen "unautorisierten und illegalen Zugriff auf das interne Netzwerk" gegeben, schrieb Blizzard-Präsident Michael Morhaime in einer Erklärung .

Bei dem Hack seien keine Klarnamen und keine Rechnungs- oder Kreditkartendaten abhanden gekommen, versicherte Morhaime. Bisher habe man keinen Hinweis darauf gefunden. Allerdings sei die Untersuchung noch nicht abgeschlossen.

Gestohlen wurden E-Mail-Adressen – die im Zweifel auch einen Klarnamen enthalten können – von Spielern weltweit, ausgenommen China . Chinesische Accounts sind nicht von dem Hack betroffen.

Antwort auf Sicherheitsfrage kopiert

Battle.net ist nach Regionen, intern Realms genannt, unterteilt, weswegen nicht alle Länder gleichermaßen betroffen sind. So hatten die Einbrecher demnach bei Spielern aus der Region Nordamerika , die Lateinamerika, Australien , Neuseeland und Südostasien einschließt, Zugriff auf die Antwort der sogenannten Sicherheitsfrage. In diesem Realm konnten die Hacker auch die Passwörter der Nutzer einsehen. Es seien aber nicht die Passwörter selbst zugänglich gewesen, sondern nur deren verschlüsselte Version.

Aus Sicherheitsgründen werden Passwörter nicht unverschlüsselt gespeichert. Zumindest sollte das nicht der Fall sein, der Hack beweist, wie wichtig das ist. Morhaime schrieb: "Nach den Informationen, die wir derzeit haben, reichen diese Informationen allein nicht aus, um Zugang zu den Battle.net-Accounts zu bekommen."

Die Verschlüsselung der Passworte sei gut und nur mit großem Aufwand zu knacken, schrieb der Blizzard-Chef. Trotzdem forderte er alle Spieler auf nordamerikanischen Battle.net-Servern auf, ihre Passworte zu ändern.