Deutsche Überwachungsfirmen verkaufen nach Informationen der Enthüllungsplattform WikiLeaks Ausspähwerkzeuge an diktatorische Staaten. Allein in diesem Jahr reisten Mitarbeiter deutscher Unternehmen dafür nach Turkmenistan, Oman und Äquatorialguinea. 

Die Süddeutsche Zeitung, der die Dokumente vorab vorlagen, nennt internationale Firmen wie Glimmerglass oder Vupen, aber auch deutsche Unternehmen wie Trovicor, Utimaco, Atis, Elaman und die deutsch-britische Gamma Group. Diktatoren, die Spähprogramme aufbauen wollen, können der Zeitung zufolge mit diesen Firmen ins Geschäft kommen.  

Die deutsch-britische Gamma Group etwa schickte ein Angebot namens Finfly ISP an den turkmenischen Staatspräsidenten Gurbanguly Berdimuhamedow. Das Programm beinhaltet einen Trojaner, mit dem der Staat Zugriff auf das gesamte virtuelle Gedächtnis einer Zielperson erhält — also E-Mails, Skype-Protokolle und auch Videotelefonate. Laut Süddeutsche sei das Programm "mächtiger als Prism". Da Hackerwerkzeuge nicht als Waffen gelten, sind solche Geschäfte meistens legal.