Amerikanische Bürgerrechtler wollen am Samstag in Washington, D.C. gegen Überwachung demonstrieren. Aufgerufen dazu haben Organisationen wie die Electronic Frontier Foundation (EFF), die Mozilla-Stiftung und die American Civil Liberties Union (ACLU).

"Stop watching us", lautet der Titel der Demonstration, hört auf, uns zu überwachen. Das Datum der Demo ist nicht zufällig gewählt, der 26. Oktober ist der zwölfte Jahrestag der Unterzeichnung des Patriot Act. Dieses Gesetz hat in den USA die Überwachungsmöglichkeiten von FBI und Geheimdiensten massiv ausgedehnt und Bürgerrechte eingeschränkt.

Die Demo in Washington beginnt um 11.30 Uhr Ortszeit, also 16.30 Uhr deutscher Zeit. Die Teilnehmer werden von der Union Station in Washington zum Reflecting Pool marschieren. Dort sollen dann Menschen wie Thomas Drake reden, selbst ein NSA-Whistleblower, außerdem der Kryptologe Bruce Schneier, die Gesellschaftskritikerin Naomi Wolf und der republikanische Kongressabgeordnete Justin Amash.

Ihre Forderungen formulieren die Veranstalter in einem Video. Die zentralen Sätze lauten, jeder könne im Netz der NSA landen und es sei dringend notwendig, die Überwacher zu überwachen. Edward Snowden sei längst nicht der einzige Whistleblower, vor ihm hätten schon sechs andere die Überwachung der NSA publik gemacht. Alle sechs seien dafür angeklagt und verfolgt worden, die Wahrheit zu sagen.

Außerdem ziehen die Macher Parallelen zur Ära Nixon. Der damalige US-Präsident trat nach langen Protesten letztlich zurück, weil er seine Widersacher im Wahlkampf hatte überwachen lassen. Vor allem seine Lügen darüber hatten ihm die Amerikaner damals übel genommen.

Es gebe zu viel Geheimniskrämerei, finden die Veranstalter und auch die jetzige Regierung lüge, lautet ihr Vorwurf. "Es war damals falsch und es ist auch heute falsch", sagt der Schauspieler John Cusack in dem Video.

Nicht nur in den USA wird am Samstag demonstriert. Unter dem gleichen Motto Stop watching us sind auch in Deutschland Demonstrationen geplant. In Hannover, Heidelberg, Köln, Lübeck, Michelstadt und München haben lokale Bündnisse dazu aufgerufen. Zwischen 13 und 15 Uhr werden Kundgebungen abgehalten.