Der US-Geheimdienst NSA hat einen Medienbericht zurückgewiesen, demzufolge er auch den Heiligen Stuhl bespitzelt habe. Dies sei "nicht wahr", ließ der Geheimdienst wissen. Zuvor hatte das italienische Magazin Panorama berichtet, dass vor dem Konklave im März dieses Jahres zahlreiche Telefonate in und aus dem Vatikan abgehört worden seien. Darunter sollen auch Gespräche des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio vor seiner Wahl zum Papst Franziskus gewesen sein.

Der Vatikan reagierte gelassen auf die Enthüllungen des Magazins. "Wir wissen nichts davon und sind auch nicht beunruhigt", sagte Sprecher Federico Lombardi.

Benedikt XVI. trat am 28. Februar zurück, sein Nachfolger Franziskus wurde am 13. März zum neuen Kirchenoberhaupt gewählt.

Panorama berichtete ohne Angabe von Quellen zwischen dem 10. Dezember 2012 und dem 8. Januar 2013 habe die NSA Millionen Telefonate in Italien abgehört, darunter auch zahlreiche des Vatikans. Möglicherweise sei die Bespitzelung auch bis zum Beginn des Konklaves im März fortgesetzt worden. Ein Ziel soll das Gästehaus gewesen sein, in dem Papst Franziskus vor seiner Wahl wohnte – daher könnte auch er abgehört worden sein. Wahrscheinlich seien auch E-Mails des Vatikans überwacht worden, schreibt das Magazin, das im Besitz der Familie des Exregierungschefs Silvio Berlusconi ist.

Papst Franziskus soll laut Panorama sogar seit dem Jahr 2005 im Visier des US-Geheimdienstes sein. Das Magazin beruft sich hierbei auf Wikileaks-Dokumente.