Elektrische Spannungsschwankungen bereiten dem neuen Rechenzentrum der NSA in Utah nach einem Bericht des Wall Street Journal große Probleme. In den vergangenen 13 Monaten sei es zehn Mal zu Spannungsspitzen gekommen, die Metallteile zum Schmelzen gebracht haben sollen. 

Ein Beamter habe die Stromstöße als Blitz in einer 60-Zentimeter-Box beschrieben. Die Probleme hätten Technik für Hunderttausende Dollar vernichtet und die Eröffnung des Rechenzentrums behindert.   

Ob es inzwischen in Betrieb genommen wurde, wird geheim gehalten. Nach Informationen des Magazins Wired war die Eröffnung für diesen September geplant.

Das größte NSA-Rechenzentrum

Die Probleme würden bearbeitet und seien bereits verringert, sagte eine Sprecherin der NSA. Der Standort Bluffdale im Bundesstaat Utah war laut dem Bericht vor allem aufgrund der günstigen Strompreise ausgewählt worden. Das Rechenzentrum verbrauche monatlich Strom für etwa eine Million Dollar. Vor allem die Kühlung der Computer kostet viel Energie: Man könnte eine Stadt mit 20.000 Einwohnern mit der Strommenge versorgen.

Das Rechenzentrum in Utah ist das größte von mehreren neuen NSA-Serverzentren. Es soll eine größere Speicherkapazität als jede vergleichbare Anlage von Google haben. Nach Schätzungen von Experten könne die Kapazität im Zettabyte-Bereich liegen. Ein Zettabyte entspricht einer Milliarde Terabytes.

Wired hatte bereits im März 2012 vermutet, dass das Zentrum zur Speicherung und Analyse von Kommunikationsdaten dienen sollte, die die NSA aus Satelliten und Kabeln ziehe und die sie von "internationalen und nationalen Netzwerken" erhalte.  Seit den Enthüllungen des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden ist das riesige Gebäude zum Symbol für den Datenhunger des US-Geheimdienstes geworden.