Seit Monaten gibt es immer neue Berichte über Abhöraktionen und heimliche Datenbeschaffung der USA, dabei ging es fast immer nur um einen Geheimdienst, um die National Security Agency, kurz NSA. Doch sind das nicht die einzigen Spione, die von der amerikanischen Regierung bezahlt werden. Die Frage, was eigentlich die CIA so treibt, hat die New York Times gerade beantwortet: Telefonate abhören natürlich.

Die CIA kauft sich ihre Informationen allerdings. Sie habe einen "freiwilligen Vertrag" mit dem Telefonanbieter AT&T, für "mehr als zehn Millionen Dollar im Jahr" dürfe sie sich in der Datenbank des Unternehmens bedienen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf ungenannte Officials, also Beamte. In der Datenbank befinden sich aber nicht nur Daten zu AT&T-Kunden, denn das Unternehmen ist ein großer Netzwerkbetreiber, dessen Infrastruktur auch andere nutzen.

Der Deal läuft demnach so: Die CIA liefert AT&T die Telefonnummern von ausländischen Verdächtigen, das Unternehmen sucht anschließend in seiner "riesigen Datenbank mit Telefonaufzeichnungen" nach Informationen, die dabei helfen, diese und ihre Kontaktpartner zu identifizieren. Dabei gehe es vor allem um Telefonate im Ausland und Telefonate, die von den USA ins Ausland geführt wurden.

Da der Auslandsgeheimdienst – wie hierzulande der BND – keine Amerikaner ausspähen darf, verschleiere AT&T die Nummern der amerikanischen Gesprächspartner, versicherte die anonyme Quelle der Zeitung. Die letzten Ziffern der Telefonnummern würden vor Übermittlung gelöscht.

Vorratsdaten

Die NSA macht das Gleiche, erhält die Daten aber mithilfe von Gerichtsbeschlüssen des geheim tagenden Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC).

Beiden Diensten geht es dabei um Informationen, die in Europa unter dem Stichwort Vorratsdatenspeicherung bekannt sind. Sie fragen also nicht den Inhalt der Gespräche ab, sondern alle anderen Daten wie Zeitpunkt, Ort, Verbindungsdauer, Nummern der Gesprächspartner et cetera.

Bewegungsprofil von Malte Spitz, basierend auf den Vorratsdaten seines Handys

Diese Informationen sind nicht weniger sensibel als inhaltliche Mitschnitte. Mit ihnen lässt sich minutiös nachzeichnen, wo und wie Menschen leben und mit wem sie wie kommunizieren. Damit können sogenannte Bewegungsprofile erstellt werden, es kann aber auch aufgedeckt werden, welche Vorlieben und Gewohnheiten die Betroffenen haben. Und über die Kontakte der Zielpersonen finden die Geheimdienste weitere vermeintliche Verdächtige.

Dass Telefonanbieter in den USA solche Vorratsdaten überhaupt speichern, ist dort noch gar nicht lange bekannt. Der Bericht der New York Times zeigt nun, dass sie intensiv genutzt werden.