Der US-Geheimdienst NSA ist offenbar an der Überwachung einer amerikanischen Anwaltskanzlei beteiligt gewesen. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf ein Dokument des Whistleblowers Edward Snowden.  

Sollte das stimmen, hätte die NSA möglicherweise illegal gehandelt: Ihr ist es verboten, amerikanische Bürger oder Unternehmen mit Sitz in den USA zu überwachen.  

Der Fall habe sich im Februar 2013 zugetragen. Ziel der Spionage sei eine US-Anwaltskanzlei gewesen, die die Interessen der indonesischen Regierung in einem Handelsstreit mit den USA vertreten habe. Der australische Geheimdienst Australian Signals Directorate sei bei der Ausspähaktion federführend gewesen. Dabei habe er eng mit der NSA zusammengearbeitet: Der US-Dienst habe die ausspionierten Informationen bekommen.

Zudem habe die NSA "eindeutige Handlungsempfehlungen" gegeben, wodurch der australische Nachrichtendienst in der Lage gewesen sei, "die Überwachung der Gespräche fortzusetzen und US-Interessenten höchst nützliche Geheimdienstinformationen anzubieten".  

Die NSA dementierte: Sie habe ihre ausländischen Partner nicht gebeten, geheimdienstliche Aktivitäten zu unternehmen, die der US-Regierung gesetzlich verboten gewesen seien.