Der frühere NSA-Mitarbeiter Edward Snowden hat Darstellungen zurückgewiesen, er sei ein kleiner Hacker gewesen. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender NBC sagte er, er sei ein "High-Tech-Spion" gewesen. Das Interview wurde vergangene Woche in Moskau geführt und wird am Abend in den USA ausgestrahlt. Vorab veröffentlichte der Sender Ausschnitte des Gesprächs. 

"Ich wurde als Spion ausgebildet, ganz traditionell", sagte Snowden. Er habe unter falschem Namen verdeckt im Ausland gelebt und gearbeitet und so getan, als habe er einen anderen Job. Snowden beschreibt sich in dem Gespräch als Technik-Experte, der auf höchster Ebene für die USA gearbeitet hat. Unter anderem als Dozent einer Akademie für Spionageabwehr des Verteidigungsnachrichtendienstes. Er habe auch verdeckt für die CIA und die NSA gearbeitet, Mitarbeiter rekrutiert habe er allerdings nicht.

Die US-Regierung hatte die Bedeutung Snowdens immer wieder heruntergespielt und ihn als einfachen Sachbearbeiter beschrieben. Selbst US-Präsident Obama hatte ihn im vergangenen Juni als "29-jährigen Hacker" bezeichnet. Die Beschreibung sei schlicht irreführend, sagt Snowden in dem Interview.

Die CIA wollte sich nicht zu Snowdens Beschäftigung oder seiner Rolle innerhalb des Geheimdienstes äußern und berief sich auf ein Statement des Nationalen Geheimdienstdirektors James Clapper im Januar. Er hatte Snowden damals dazu aufgerufen, die gestohlenen Dokumente zurückzugeben, um weiteren Schaden für die Sicherheit des Landes abzuwenden.  

Snowden stellt Bundestags-Untersuchungsausschuss wertvolle Informationen in Aussicht

Der Verteidigungsnachrichtendienst DIA bestätigte, dass Snowden auf drei ihrer Konferenzen gesprochen habe. Zwei Quellen des Geheimdienstes sagten dem Sender NBC, dass er im Ausland für die CIA gearbeitet habe. 

Snowden hatte massenhaft vertrauliche NSA-Dokumente an Journalisten übergeben und die Spähaffäre damit ins Rollen gebracht. Er wird von den USA per Haftbefehl gesucht. Derzeit hält er sich in Russland auf, wo er Asyl bekommen hatte.

Der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages will ihn als Zeugen vernehmen. Unklar ist noch, wo und wie. In einem aktuellen Interview mit dem stern stellt er dem Ausschuss wertvolle Hinweise in Aussicht. Er sei bei der NSA "persönlich mit der Kommunikation aus Deutschland befasst" gewesen, sagte Snowden. "Um es klar zu sagen: Die verfassungsmäßigen Rechte jedes Bürgers in Deutschland wurden verletzt."